Bild oben: aus Grafik-Sammlung Rings

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Die alte Burg

Auf alten Karten der Ortsgemeinde Dattenberg (Preußischer Urkataster von 1828, abgedruckt in: Dattenberg – Ein Heimatbuch, Seite 50) findet man im unteren Bereich der Bornbergstraße etwa in Bereich des heutigen Anwesens H.-J. Kloos die Flurbezeichnung „In der alten Burg“. Gemeint ist damit nicht der Burgturm der Herren von Dadenberg auf dem Burgberg. Vielmehr soll es auch auf der gegenüberliegenden Hangseite auf einem Felsrücken über dem nach Wallen führenden Bachtal eine Wehranlage gegeben haben, deren Ursprünge bis in die römische Zeit zurückreichen. So berichtet der Archivar und Heimatforscher Weidenbach, dass dort noch vor der Errichtung des obergermanischen Limes ein (kleines) Römerkastell gestanden habe. Von dessen Ruinen hätten seine Dattenberger Vorfahren noch im 19. Jahrhundert berichtet.

Erwähnung findet die alte Burg in seinen Aufzeichnungen aus dem Anfang der 1900er Jahre an mehren Stellen.

In einem Beitrag beschäftigt er sich direkt mit der alten Burg, deren Überreste er noch aus eigener Anschauung kannte. Dort schreibt er:

Gegenüber der jetzigen Burg, auf der anderen Talseite, heißt die Benennung des Distriktes heute noch die alte Burg. Die Sage geht, dass daselbst früher ein Römerkastell gestanden habe. Diese alte Burg sei, weil sie so versteckt im Tale gelegen habe, nicht mehr den Zeitverhältnissen entsprechend gewesen, weshalb man dann auf der gegenüberliegenden Seite die neue Burg gebaut habe.

Tatsache ist: In meiner Jugendzeit war auf der Stelle, wo jetzt Akazien angepflanzt sind auf dem Schutte, der aus dem Steinbruch in dem Ende der 1870er bis Anfang der 1880er hingefahren worden ist, eine Bergschlucht, steil ansteigend, wie man ja noch an dem Bongart (= Obstbaumgarten), der den Erben Joh. Math. Kirschbaum gehört, gut sehen kann. Die Talschlucht war mit Wiesen bedeckt, auf denen mehrere Obstbäume (meistens mit krummen Stämmen) besonders Zwetschgenbäume standen. Auch waren die Wiesen recht sumpfig. Durch diese Talschlucht wurde also auf Dattenberg und auf den Antoniusbrunnen zu, ein vorspringender Felsrücken gebildet, der sich auf beiden Seiten hoch hinaus streckte und mit Dornen bewachsen war. Auf der obersten Höhe erbaute später der Christian Mandt sein Haus (Anmerkung des Autors: An dieser Stelle steht des heutige Anwesen von H.-J. Kloos). Gar oft sind wir Buben auf den Felsen herumgeklettert, wo altes Mauerwerk den Mardern, Füchsen etc. einen angenehmen Aufenthalt darbot. Gar oft geschah es auch, dass das abbröckelnde Mauerwerk nachgab und die Dornen einen auffingen, um nicht in die Tiefe zu stürzen. An der Seite auf den Rhein zu war nun in dem Mauerwerke ein Loch, durch das wir Jungen stets Steine hineinwarfen. Auch nahmen wir schon öfters lange Bohnenstangen und steckten sie hinein, kamen aber nicht auf den Boden. Das Loch führte zu einem großen Keller, der recht groß gewesen sein muss. Es steht also fest, dass daselbst ein Gebäude gestanden hat, was auch jeder ältere Einwohner von Dattenberg aus eigener Anschauung weiß. Aber, wie gesagt, es ist jetzt alles zugeschüttet, nur noch ein spitzer kleiner Felsen ist heute noch daselbst sichtbar.

Diese noch offen liegenden Reste des Felsvorsprungs gibt es heute noch. Der Fels liegt seitlich der K 10 nach Wallen in der Kurve oberhalb des Parkplatzes.

Weitere Erwähnung findet die alte Burg bei Weidenbach auch im Zusammenhang mit einem zum Rhein führenden römischen Pfahlgraben:

Das Plateau des Bornberges südlich von der Kirche (Ergänzung des Autors: gemeint ist die ehemalige alte Kirche am Born, deren Chor jetzt die Kriegergedächtnis-Kapelle bildet) ist der Ortsüberlieferung nach die Stelle eines römischen Kastells. Reste des römischen Pfahlgrabens, der hier gegen den Rhein endete, sind mehrfach in der Nähe gefunden worden (Pohl: Rheinische Jahrbücher S. 53,54,322 f.).

Zudem behandelt Weidenbach auch an zwei Stellen den Verlauf einer Römerstraße im Ortsgebiet von Dattenberg, die schon Josef Schneider 1884 in den Jahrbüchern des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande, Heft 78 S. 1 ff. beschreibt. Dabei wird auch die alte Burg erwähnt.

Bei der einen Fundstelle geht Weidenbach noch davon aus, dass die Römerstraße dem Verlauf des heutigen Bachweges nach Wallen folgte:

Die Geschichte des Ortes Dattenberg reicht hinab bis in die Zeit vor Christi Geburt, wo die Römer den sogenannten Römergraben mit der dem Rhein entlang führenden Straße durch einen Weg verbinden ließ. Dieser Weg führte über das jetzige Dorf Dattenberg und dürfte überhaupt mit dem jetzigen Weg identisch sein, der von Wallen nach Dattenberg und von da nach Hähnen führt. In der Nähe von Dattenberg, in der „alten Burg“, einem Platze, der dem noch stehenden alten Turme gegenüberliegt und gegenwärtig zur Ablagerung des aus dem Basaltbruche gefahrenen Schuttes dient, stand vor Zeiten ein Römer-Kastell, dessen Trümmer noch bis zum Anfang diesen Jahrhunderts erhalten waren.

Bei der anderen Fundstelle spekuliert er über zwei mögliche Verläufe des Wegs:

Eine Römerstraße führte auf der anderen Rheinseite über Koisdorf nach Sinzig. Hier überschritt die Straße den Rhein und ging weiter über Dattenberg und nachdem sie beim Ronigerhof von einer Grenzwehr durchschnitten worden war, weiter nach Ginsterhahn, wo sie in die an dem Etappenlager zu Asbach vorbeiführende Straße einmündete.

Es entsteht nun die Frage, ob die Straße direkt von Koisdorf oder westlich von Sinzig vorbei auf den Rhein zu geführt hat. Im ersteren Falle muss sie bei Leubsdorf, im letzteren Falle bei Wallen gemündet haben. Denn nur diese zwei Punkte können in Betracht kommen, weil dazwischen auf der rechten Rheinseite durch die steil aufsteigenden Rheinberge keine Straße erbaut, ja nicht einmal ein Aufstieg möglich gewesen wäre.

Für erstere Annahme sprechen folgende Gründe: Die Ahrwiesen nahe der Ahr sind so sumpfig und so leicht bei Hochwasser überschwemmt, dass das Anlegen einer Straße den wohl berechnenden und schlauen Römern sehr bedenklich erscheinen musste, während dies mehr auf Leubsdorf zu gerichtet nicht mehr so sehr der Fall war, da dort das Sinziger Gelände mehr hoch liegt.

Zudem wird in einer Urkunde von 1328 eine „Spych“ oberhalb von Leubsdorf genannt. Der Name „Spych“ oder „Spich“ beschreibt eine spitz zulaufende, zungenförmige Anlandung im Flussbett, die ein Übersetzen über den Rhein erleichtert hätte.

Dann auch suchten die Römer möglichst die Täler zu meiden (zumal auf der rechten Rheinseite besonders) aus wohl erwogenen Gründen. Das Anlegen eines Weges durch die heutige „Bach“ hätte sie aber eine Strecke lang durchs Tal führen müssen, um auf die Höhe zu gelangen.

Auch ist gar kein so alter direkt auf die Höhe führender Hohlweg im Bach-Gebiet bekannt, während uns auf der Leubsdorfer Seite die „Keen“ oder „Keän“ oder „Keern“ sofort zum Plateau hinanbringt. Die „Keern“ ist ein sehr alter Weg, was uns schon der Name „Kehrenweg“ oder Weg, der mit dem Karren befahren wurde, besagt. Und mein Vater (geb. 1823) wusste sich noch sehr gut zu erinnern, dass die Fuhrwerke, welche nach Linz oder von Linz nach Dattenberg wollten, über die „Keern“ fuhren, da in der „Bach“ kein Fuhrweg, sondern nur ein sehr schmaler Fußweg war, der kaum mit der „Schörreskahr“ (einrädiger Karre) befahren werden konnte. Auch habe der Felsen im „Leyerstech“, der jetzt ja ausgebrochen ist, viel weiter vorgestanden. (Ich gebe der Vermutung Raum, dass am Fels die Steine gebrochen worden sind, welche zur Erbauung der Burg teilweise nötig waren.) Auch sagt uns der Name Leyer„Stech“, dass der Felsen früher sehr weit, vielleicht sogar bis ans jenseitige Ufer gereicht habe; denn auf dem jenseitigen Ufer, wo die „alte Burg“ gestanden hat, war auch diese auf einem sehr steilen Felsen errichtet. Wenn ein früher Weg durch die „Bach“ geführt hat, so muss er hier eine scharfe Steigung gehabt haben, wenn der allerdings schmale Felsen nicht mehr ausgebrochen war, so breit als der Weg war. Auch fand und findet man heute noch beim tiefen Umackern eines Feldes auf dem „Mänzelte“ (Anmerkung des Autors: heute „Merzeter“), da, wo der Pfad vom dem Keernerweg über die Ley nach dem „Höttebaum“ geht, auf dem 4. Felde von dem Pfad und Wege links Kleinschlag von Steinen, die noch fest gefügt sind und auf einen Weg schließen lassen, der Richtung der alten Burg führt.

Für die zweite Annahme könnte man anführen, dass sich gemäß der ältesten Urkunde des Linzer Archivs vom Jahr 1328 auf der linken Rheinseite – Wallen gegenüber – ein Ort „Breitbach“ befand, in der Fährleute wohnten. Auf der rechten Rheinseite zu Wallen befand sich, wie in derselben Urkunde der Name „Spich“ besagt, eine Landzunge in dem Flussbette, wo Salme damals noch gefangen wurden. Die Ahr mündete auch früher, nach Aussage älterer Leute, mehr aufwärts wie heute, genau Wallen gegenüber, in den Rhein. Daraus schließt Weidenbach, dass sich bei Wallen gewiss eine Überfahrtstelle befunden hat, zumal sich auf der rechten Seite eine ausspringende Spitze in den Rhein reichte, die als beinahe verfallene Steinkippe noch den älteren Bewohnern bekannt war. Zudem lesen wir in derselben Urkunde, dass sich beinahe an derselben Stelle ein „Molenweg“ befunden hat. „Mole“, ein Dammweg, der in das Meer oder Wasser hineingebaut ist (von dem lateinischen Wort „moles“) besagt, was uns noch sicherer erscheint, dass wir es hier mit einer alten Furt zu tun haben.

Dann müssen wir die oben erwähnte „alte Burg“ auf dem kleinen Felsvorsprunge beachten, von der der Volksmund sagt, dass sie eine Römerburg gewesen sei. Dass die jetzige Burg erst viel später erbaut worden ist, berichtet die Geschichte. An dem frischen klaren Quell – dem heutigen Antoniusbrunnen – hätten die Römer ihre Lasttiere tränken können, denn gar weit ist es von hier, ehe sie weiter wieder zu einer Quelle gekommen sind. In der Mitte des Dorfes – im heutigen „Dall“ (= Tal) – heißt heute noch die amtliche Flurbezeichnung: „Im Tal oberm“ und „im Tal unterm Landgraben“. Dann habe ich persönlich schon in meiner Jugendzeit auf der „Bann“ (hinter dem Tal oberm Landgraben) beim tiefen Umspaten kleinere Pflastersteine -“ Schrot“ – zu Tage gefördert, die ich mit dem Spaten aus einer festen Masse, wie es schien, festen Weg ausbrechen mußte. Dieser alte Weg fand sich auch auf den Nachbargrundstücken in der Richtung von Wallen nach dem Ronig. Parallel mit diesem Steinweg führte ein Hohlweg auf den Wehrgraben („Wehrgrawen“) zu.

Auch der bereits vorher erwähnte Joseph Pohl berichtet in den Jahrbüchern des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande, (Jahrgang 1873, Band 53-56, S. 324 ff. Nr. 28) von der früheren Existenz der alten Dattenberger Burg. Dabei verweist er ebenfalls auf eine Urkunde, die sich auf den Spich in Wallen bezieht. Allerdings deutet er den Begriff „Spich“ falsch. Er sieht darin nicht die Landzunge im Rhein sondern den Bergrücken, auf dem die alte Burg stand. Pohl schreibt auf Seite 326:

„ … will ich bloß noch erwähnen, dass nach einer Urkunde im hiesigen städtischen Archiv vom 25.04.1325 Erzbischof Heinrich den Fischfang im Rhein an der Stelle genannt „Spich“ zu Wal(l)en (oberhalb Linz) … verpachtet. Unter der Spich ist hier wohl unzweifelhaft die unmittelbar östlich von Wal(l)en auf der Höhe bei dem Dorf Dattenberg liegende alte Burg zu verstehen, ein Name, mit welchem das südlich von dem nach Dattenberg führenden Quertale gelegene mittelalterliche Höhenterrain bezeichnet wird, welches der noch erhaltenen Burgruine gegenüber liegt. Herr Eduard von Mengershausen in Leubsdorf, der 18 Jahre lang zu Dattenberg gewohnt hat, teilte mir mit, er habe von alten Leuten vielfach gehört, auf der alten Burg habe ein Römercastell gestanden, mit dessen abgebrochenen Mauerresten man eine zur Seite der Burg gelegene Schlucht ausgefüllt habe; er selbst habe dort noch einiges wenige Mauerwerk mit weißem Kalkanstrich gesehen. …“

Nach alldem darf als erwiesen gelten, dass es die alte Burg tatsächlich gegeben hat. Seit wann und in welcher Form die Burg bestanden hat, ist nicht klar. Der Überlieferung nach stammt sie aus römischer Zeit. Nachweisbar ist das nicht mehr, da die Ruine abgerissen wurde und die Überreste durch Abraum aus dem Steinbruch überdeckt sind. Zwar ist in den Beschreibungen teilweise von einem Kastell die Rede. Belegt ist aber nur ein wahrscheinlich weißer Turm, der noch von Augenzeugen beschrieben wird. Ob darüber hinaus noch weitere Gebäudebestandteile existiert haben, bleibt im Dunkeln der Geschichte.

Dattenbergs Gotteshäuser

1. Die Kapelle am Westers Weg

Der Überlieferung nach gab es einen sakralen Vorgängerbau der alten Kirche am Born. Diese war in der Nähe der (neuen) Burg, etwa 200 Schritte vom heute noch stehenden Bergfried entfernt zwischen dem „Hömmerichs“ und dem „Westers Hof“. Eine dort stehende Mauer wurde im Volksmund „an der Kapelle“ genannt. Heute verläuft dort der „Westers Weg“.

2. Die alte Kirche am Born

Das zweite Gotteshaus von Dattenberg stand im Tal zwischen dem Born- und dem Burgberg. Dessen Chor bildet heute die jetzige Kriegergedächtniskapelle.

Wahrscheinlich entstand die Kapelle ab dem Übergang von der Romanik zur Gotik im 13. Jahrhundert in mehreren Phasen. Sie war der Mutter Gottes geweiht. Belegt ist, dass 1315 ein Kaplan Georg in der Kapelle Dienst tat. Die Provinzialkommission für die Denkmalpflege in der Rheinprovinz stellte fest, dass der Chor einfache, spitzbogige Fenster hat. Im Innern war das Gewölbe besonders interessant, welches mit kleinen spätromanischen Diensten auf einem unter den Fenstern umlaufenden Gesims aufsetzt. Das schmucklose einschiffige Langhaus stammte zum Teil aus spätgotischer Zeit, zum Teil aus dem 18. Jahrhundert. Die Sakristei ist 1727 angebaut worden und weicht im Baustil wesentlich von dem der Kirche ab. Im Jahr 1789 wurde dort ein Taufstein errichtet.

Im 15. und 16. Jahrhundert fanden mehrfach Buß- und Bittprozessionen zur Dattenberger Kapelle statt.

Bildliche Aufzeichnungen der Kapelle – insbesondere aus dem Innern – gibt es nur wenige. Sie wurde aber von Archivar Stephan Weidenbach in seinen Aufzeichnungen aus dem Jahr 1903 wie folgt umfassend beschrieben:

Die Haupt-(Doppel)türe führte von Westen gegenüber dem noch stehenden Chore zur Kirche. Dieselbe wurde dadurch geschlossen, dass man im Innern der Kirche einen Balken vor die Türe quer schob und die beiden Enden in der Mauer ruhten. Zwischen Balken und Türe schob man einen Holzkeil, wodurch die Türe fest geschlossen war. Die kleine Kirchentüre führte von Süden hinein und wurde mit einem großen Schlüssel geschlossen. Kam man zur großen Kirchentüre herein, so war links ein von Niedermendiger Lavasteinen ausgehauener Napf, der als Weihwasserbecken diente. Gleich daneben führte die Treppe zur Empore (genannt „Bünn“) im Mannhause. Oben stand links ein großer Schrank, in dem die einzelnen priesterlichen Kleider und Bücher aufbewahrt wurden. Schwere eicherne Balken und Pfosten stützten den Turm. Die Orgel war vorgebaut worden und wurde von 4 Pfosten getragen. Wollte man aber zu dem Orgelspieler hin, so musste man über einen schweren, liegenden Balken schreiten an den Glockenseilen vorbei, die bis zum Boden der „Bünn“ reichten. Neben und hinter dem Organisten war die Stelle für den Kirchenchor, die eine nach hinten aufsteigende Bühne war, die mit Brettern von dem anderen Raume abgeschlossen war. Hinter dieser Bühne den kleinen Raum bis zur Rückwand füllte der „Sendschöffenstuhl“ aus. Von der Gesangsvereinsbühne stieg man mittels eines Leiterchens, das man sonst platt auf den Boden legte, in den Turm hinauf. Nach vorne hin war die Bühne selbstredend mit einem Geländer abgeschlossen.

Hinter der Orgel, also von der Treppe geradeaus, war noch eine kleine, eine Stiege höher gelegene Galerie, die teilweise Platz der Junggesellen war. Durch den engen Raum der Kirche gedrängt, hatten die Junggesellen sich neben dieser kleinen Galerie eine eigene Bühne gebaut. Eine Stiege niedriger als das Mannhaus hatten sie von Balken und Brettern eine fest an die Nordwand angelegte, an den in der Kirche quer hindurch gehenden Balken befestigte Galerie geschaffen, die außer einer Kniebank und Sitzbank nur die Lehne enthielt. Sie war nur so breit, dass kaum 2 Personen hintereinander stehen konnten. An dem anderen Ende der Galerie führte eine Treppe hinunter gerade vor dem Beichtstuhl endend. Auf dieser Bühne wurden auch bei Feierlichkeiten die Fahnen befestigt, welche also quer in die Kirche hineinreichten und den Leuten auf der Empore den Ausblick auf den Altar verwehrten. Während der Predigt mussten dieselben aber aufgerollt werden. Streng wachten aber die Junggesellen darauf, dass keine ihrem Vereine nicht angehörende Person den Junggesellen ihre Plätze auf der Galerie einnahmen. Wollten die Junggesellen auf ihrer Bühne auf den Altar schauen, so mussten sie den Kopf nach links wenden.

Das Gewölbe des Schiffes war ein Tonnengewölbe aus Brettern hergestellt, die weiß übertüncht waren. In den letzten Jahren sprang eines nach dem andern los und so kam es bei Regenwetter gar häufig vor, dass unter diesen »Schollbrettern« – wie die Leubsdorfer spottweise sagten – der Regen durch das schadhafte Schieferdach bis in die Kirche herab träufelte.

Auf der Nordseite des Schiffes war kein Fenster, auf der Südseite der Empore, also nach Westen hin, war ein Fenster, während auf der Südseite 3 große, aber romanisch in tiefen Nischen liegende Fenster waren, nämlich 2 von der Westseite bis zur kleinen Kirchtüre und eines von dort bis zum Chore. Die Fenster waren so hoch angebracht, dass man sie ohne Leiter nicht erreichen konnte. Dass die Scheiben in Blei gefasst waren, versteht sich von selbst. Sie spendeten im oberen Teil des Schiffes genügend Licht, während im unteren Teile das Mannhaus das Schiff verdunkelte.

Etwas neben der kleinen Kirchentüre auf das Chor zu stand die Statue des hl. Donatus, dem auf Donatustag eine reife oder schon gefärbte Traube in die Hand gegeben wurde. Vor dieser Statue stand eine alte Wachskerze, schön mit Farben bemalt, die wohl ihre 4-5 Meter groß und unten entsprechend (25-30 cm) im Durchmesser dick war. Nur bei ganz besonderen Anlässen wurde sie angezündet. Auf derselben Seite war der Antoniusaltar mit der Statue des hl. Antonius. Auf der gegenüber liegenden Seite befand sich der Muttergottesaltar mit der Statue der hl. Maria. Etwas rückwärts von Letzterem stand an der Wand der Beichtstuhl, der Fußboden des Schiffes war ganz mit Steinen belegt, in dem mittleren Gange lagen Niedermendiger Lavaplatten. Zwischen den beiden Altären, in der Mitte vor der Kommunionbank, lag ein großer Grabstein mit u.a. am Rande erhöhten Linien.

Da das Schiff viel höher und breiter war als das Chor, so war an beiden Seiten sowohl wie über dem Gange eine breite freie Wandfläche. In dieser Mitte hing ein altes, verstaubtes Ölgemälde in schwarzem Rahmen, die Anbetung der drei Weisen darstellend. Dasselbe soll von einem großen Künstler vergangener Jahrhunderte herrühren. Sonst waren die freien Wände kahl und einfach mit Kalkmilch getüncht. Der Turm hatte eine 6- oder 8-eckige Form und war nur mit Brettern verkleidet. Das Gebälk in demselben aber war von Eichenholz und ungemein massiv. Bei strengem Läuten wackelte derselbe in den letzten Jahren sehr stark, trotzdem war an ein Einstürzen nicht zu denken, da die Balken noch gesund und sehr fest gefugt waren. Im unteren Teil des Turmes lagen alte Heiligenstatuen und ein altes Turmuhrwerk, an dem wir Schulbuben unsere Freude hatten.

Eine sehr lange Leiter führte hinauf zu den Glockenstühlen. Von hier aus hatte man durch die Schalllöcher eine schöne Aussicht. Hierhin musste auch der Chreste Jösep (Joseph Siebertz) steigen, wenn er an Festtagen »beiern« musste. Zu diesem Zweck band er mit Stricken die 3 Glocken etwas schief, tat einen Strick (den von der großen Glocke) in den Fuß und nahm die beiden anderen in je eine Hand. In schönen, harmonischen Takten wusste er das schönste Glockenspiel durch das Ziehen an den Stricken und dadurch das Anschlagen der Klöppel an den Glocken hervorzuzaubern. Ja, er verstand es sogar, die verschiedensten Stücke zu „beiern“. Das »Beiern« geschah und geschieht heute noch nur an Festtagen. Der Chreste Jüsep ist schon lange tot und er hat einen würdigen Nachfolger in Joseph Schwarz gefunden. Das »Beiern« ist aber nicht bloß in Dattenberg, sondern auch in der ganzen Umgegend üblich.

Aus dem Schiff gelangte man erst durch 3 Stiegenstufen zu der Kommunionbank. Dieselbe war einfach, hatte an jeder Seite ein Türchen. Durch die eine Tür musste man gehen, um in die Sakristei und in den Chor zu gelangen, während die andere nur beim »Offere«, das bei Begräbnissen geschah, geöffnet wurde. Der Raum vor der Kommunionbank und auf den 3 Stiegen nebst den beiden Seitentüren war für die Schulmädchen bestimmt. Im Chor links von der Türe an gerechnet war ein Raum neben dem Sakramentsschrein, der früher wohl als Sakristei gedient haben muss. Er war 4-eckig, dem Altare zu offen und war der Platz für die Schulknaben. Auch sie konnten nicht, wie auch die Schulmädchen nicht, auf Bänkchen knien, weil keine da waren. Sie mussten sich also mit der bloßen Erde begnügen, nur war hier der hinterste Teil mit Brettern belegt.

Auf der anderen Seite des Chores – also rechts von der Türe an gerechnet -, ging eine Türe zu der Sakristei, die einen kleinen Tritt tiefer lag. Sie war sicherlich später angebaut worden, hatte auch 2 viereckige mit eisernen Stäben geschützte Fenster. Sie war nicht gar groß, jedoch Raum genug zum An- und Auskleiden des Priesters. Über der Türe der Sakristei, von innen zu, war ein verschlossener Raum, der zum Aufbewahren der gemachten Blumensträuße diente. mit denen die Altäre bei Festen geschmückt wurden. In dem Schiffe standen 2 Reihen Stühle, aber nicht bis zur großen Kirchentüre hin, sondern ließen dort noch einen großen freien Raum. Die linke Seite von der Haupttür an gerechnet war für die Mädchen und jungen Frauen bestimmt. Die Stühle der rechten Seite, von der kleinen Kirchtüre an bis zum Antoniusaltar, diente den alten Frauen, während die Stühle unterhalb der kleinen Kirchtüre den alten Männern gehörten. Die Kreuzfahnen (Mädchens- und die Bürgerfahne) und das hölzerne sowie das neue messingne Kreuz hatten ihre Stelle in den einzelnen Stuhlecken, während der Traghimmel zur Fronleichnamsfeier im unteren Schiff vor der Orgel aufgestellt wurde. Das einfache hölzerne Kreuz wurde bei Begräbnissen vorausgetragen, während das andere Kreuz bei feierlichen Prozessionen gebraucht wurde.

Hinter der Kirche führte ein schmaler Gang herum. Auf der Südseite waren 2 große. massive Strebepfeiler gegen das untere Schiff gebaut. Der ganze süd- und westliche Kirchhof (nicht Friedhof) war mit kleinen Steinen gepflastert. Das Pflaster war aber zuweilen sehr holperig. Eine hohe Mauer war an der Südseite errichtet, die noch kniehoch über den Kirchhof hinaufragte. In der Mitte kam aus der Tiefe ein mächtiger Nussbaum herauf, dessen Äste über die Mauer und den Kirchhof hingen. Die ganze Mauer war mit Efeu dicht bewachsen, an der einen Seite hatte sich ein Lindenstrauch Nahrung zu verschaffen gewusst.

Die Bewohner des Dorfes achteten genau auf die Blüte und Früchte des »Äbsch« (Efeu), denn wenn dasselbe schöne Blüten und Früchte zeitigte, so gab es auch ein gutes Weinjahr und ebenso umgekehrt. Daher wurde es gar nicht gern gesehen, wenn wir Schulbuben die Efeublätter schon abpflückten. Die Äbsch war ihnen lieb und wert geworden, wurde gleichsam als Heiligtum verehrt. Jetzt ist der früher geradeaus führenden Mauer eine solche im spitzen Winkel vorgesetzt worden und das ganze angefüllte Dreieck neigt sich um den Antoniusbrunnen zu. In nicht allzu ferner Zeit wird dieses Dreieck nebst dem Kirchhofsplatz durch Anpflanzungen einen schönen Hain bilden.
Die Leute im Ort sagen von der alten Kirche: Das war früher eine Heidenkirche und wurde in späteren Jahren vergrößert. Wohl möglich, dass daselbst früher eine heidnische Kultstätte gewesen ist.

Wie schon bemerkt, waren 3 Glocken in dem Kirchturm. Die große Glocke hing nach Westen zu und diente außer zu kirchlichen Zwecken auch zum Zusammenrufen der Gemeindemitglieder, wobei zweimal nacheinander mit ganz kurzer Pause dazwischen geläutet wurde und beim Ausbruche eines Brandunglückes. Dann beim Gottesdienste zum ersten Male Läuten, also 1/2 Stunde vor Beginn desselben, beim Zusammenläuten zum „Klappern“ bei der Wandlung und zum „Klappern“ beim Morgen-, Mittag- und Abendläuten und bei einem Sterbefall und beim Begräbnisse.
Die mittlere Glocke – »Mettagsglock« genannt – diente zum zweiten Mal Läuten zum Gottesdienste, also 1/4 Stunde vor Beginn. Dasselbe und beim Zusammenläuten und beim Morgens-, Mittags- und Abendglockläuten.
Die kleine Glocke diente außer beim Zusammenläuten früher zum Schulläuten.

Das »Morgensglockläuten«, Mittagsläuten und Feierabendläuten geschah in folgender Weise: Mit der »Mettagsglock« (mittlere Glocke) wird zuerst geläutet und danach mit der großen Glocke dreimal je 3, 7 oder 9 Glockenschläge gegeben.
Stirbt ein Erwachsener, so werden mit der großen Glocke zuerst 3mal je einige Glockenschläge gegeben, worauf mit allen Glocken geläutet wird. Ebenso beim Begräbnisse. War der Erwachsene ein Kirchenvorstandsmitglied, so geschieht obiges Läuten 3mal. Ist aber ein Kind gestorben, so wird mit der mittleren Glocke 3mal »gekläppt« und darauf mit ihr und der kleinen Glocke geläutet. Die große Glocke läutet dabei nicht.
Ist jemand gestorben, so müssen die Nachbarn das »Schauer- (oder Schauf-)läuten« besorgen.
Die große Glocke trägt folgende Inschrift: „S. Matheius. S. Johannes. S. Donatus S.M.S. Antonius. ablas- 1734“.
Die mittlere Glocke hat die gotische Inschrift: „Maria heissen ich, zu godes eren laude ich. MCCCC/GV IIII jar 1499.“ Die kleine Glocke hat als Aufschrift: Ihesus, Marcus heißen ich, in godes ehr loden ich (die innere Ostwand stellt einen Engel mit Posaune zum jüngsten Gericht blasend in Malerei), diese Glocke wird wohl die älteste von allen 3 Glocken sein.

1899 wurde der Turm und das Schiff der alten Kirche nach dem Bau der jetzigen Pfarrkirche auf dem Bornberg abgerissen. Der kleine Chor wurde durch den Denkmal-schutz als erhaltenswert eingestuft und musste gemäß Verfügung der hohen königlichen Regierung zu Koblenz stehen bleiben. Er wurde renoviert. Dabei wurde auch eine Urkunde unter den Schlussstein der Giebelspitze eingefügt. Anschließend diente der Chor der alten Kirche als Kirchhofskapelle.

1956 wurde die Kapelle zur Gedenkstätte für die Gefallenen der beiden Weltkriege umgestaltet.

3. Die neue Kirche auf dem Bornberg

Die Bestrebungen zur Errichtung einer neuen Pfarrkirche nahmen im Jahr 1884 Fahrt auf. Die alte Kirche am Born war durch das Bevölkerungswachstum zwischenzeitlich deutlich zu klein und durch Alter sowie Vernachlässigung in einem schlechten Zustand. Mit Pastor Heinrich Schmitt hatte das Dorf gerade erst einen neuen Geistlichen bekommen. Im Mai predigte der Pastor vom Neubau und forderte zur Bildung eines Baufonds auf. Der Spendenaufruf verlief verheißungsvoll. Die Finanzierung blieb aber wegen der Preis-steigerungen eine Herausforderung. Trotzdem wurde der Bau durch Beschluss des Kirchenvorstands vom 25. April 1888 in Angriff genommen. Die Finanzierung erfolgte über eine Bauanleihe, die die Dattenberger über 41 Jahre abtragen mussten, sowie über Kollekte und Spenden.

Geplant wurde eine Kreuzpfeilerbasilika aus Feldbrandziegeln mit Basaltfundamenten im romanischen Stil. Für den Entwurf zeichneten die Architekten Rüdell & Odenthal verantwortlich.

Den Streit um den Bauplatz löste Pfarrer Schmitt dadurch, dass er denselben für 5000 Mark aus seinen eigenen Mitteln erwarb. Die neue Kirche wurde an der Ecke Kirchstraße/Neuer Weg errichtet.

Nachdem das Kirchenbaukomitee mit dem Ziegelarbeiter Anton Haag aus Dattenberg bereits am 01. Mai 1888 einen Vertrag über die Anfertigung von 400.000 Feldbrandziegeln geschlossen hatte, wurde in den Sommermonaten 1889/90 geziegelt. Das Ziegelfeld entstand „Auf den drei Morgen“. Die Baugenehmigung wurde am 21.August 1889 erteilt.
Der Bau wurde im Frühjahr 1890 öffentlich ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt der Unternehmer Wolff aus Bonn-Kessenich. Die Dattenberger leisteten umfangreiche Hand- und Spanndienste, um die Ausgaben niedrig zu halten.

Am 10. Mai 1890 wurde der erste Stein ins Fundament eingesenkt. Die feierliche Grundsteinlegung erfolgte an 15. Juni 1890. Dazu berichtet der Chronist Weidenbach:
Der ganze Ort war durch Maien, Kränze & Fahnen aufs festlichste geschmückt. Gegen 4 Uhr ordnete sich der Zug, in dessen Mitte von 8 weißgekleideten jungen Mädchen der Grundstein der Kirche abwechselnd getragen wurde und begab sich unter Musik-begleitung (von der alten Kirche) zum Bauplatz. Der Zug machte einen stattlichen Eindruck; an demselben nahmen auch sämtliche Vereine von Dattenberg. & Leubsdorf mit ihren Vereinsbannern, sowie viele Geistliche aus der Nachbarschaft teil. Auch der Landrat des Kreises, Herr von Runkel, sowie Herr Bürgermeister Lerner aus Linz beteiligten sich an dem Festzuge und wohnten dem eigentlichen Aktus bei. Auf dem Bauplatz hielt Herr Dechant Christen aus Horchheim eine ergreifende Ansprache, in der er die Bedeutung schilderte, welche die Grundsteinlegung einer neuen Kirche für die Gemeinde habe. Nach der Festrede verlas Herr Pfarrer Schmitt die Urkunde über den Bau der Kirche. Hierauf wurde der Grundstein kirchlich eingesegnet und die Urkunde in den Stein eingeschlossen. Es erfolgten dann die üblichen Hammerschläge zur Grundsteinlegung. Auch Herr Landrat von Runkel nahm die üblichen 3 Hammerschläge vor. Der Aktus schloss mit einem Vortrage des Dattenberger Kirchengesangsverein sowie der gemeinsamen Absingung des Liedes „Großer Gott, dich loben wir“.

Der Bau schritt zügig voran. Ohne den geringsten Vorfall wurde die Kirche vollendet und stand Ende Oktober 1891 fix und fertig da. Die Maßverhältnisse der Kirche sind:
1. Turmhöhe 38 m.
2. Turmtiefe 6,72 m.
3. Turmbreite 7,27 m.
4. Chorlänge 6,72 m.
5. Chorbreite 7,05 m.
6. Ganze Länge der Kirche (mit Turm und Chor) 37,60 m.
7. Ganze Länge des Schiffes (ohne Turm und Chor) 30,88 m.
8. Breite des Schiffes im Lichten 13,00 m.
9. Breite des Schiffes im Kreuz 16,00 m.
10. Schiffraum (mit Kreuzschiff) = 436 qm
Die Kirche ist berechnet für 1800 Personen.

Am 27. Oktober 1891 wurde sie vom Dechanten benediziert und ihrer Bestimmung übergeben. Dr. Damian Becker hielt die Festpredigt. Die Konsekration durch den Bischof von Trier Felix Korum erfolgte am 15. Mai 1892. Sie ist den heiligen Schutzengeln geweiht, weil man sich nicht auf ein Mutter-Gottes- oder Antonius-Patrozinium einigen konnte.

Der geschnitzte Hauptaltar, der ursprünglich im Chor stand, ging aus dem Atelier der Herren Bäumerich & Hachenberg in Mülheim am Rhein hervor. Die Kanzel ist ebenfalls ein Werk des Bildhauers Hachenberg. Die drei Motivfenster in Chor zeigen – von links nach rechts gesehen – den hl. Donatus (gestiftet von den Junggesellen), die Mutter Gottes (gestiftet von den Jungfrauen) und den Hl. Antonius (gestiftet von Theodor Willscheid). Im Turm über dem Haupteingangsportal gibt es ein weiteres Motivfenster, welches die hl. Cäcilia zeigt. Dieses wurde vom Kirchenchor gestiftet. Die Seitenaltäre wurden aus der alten Kirche übernommen. Ursprünglich zierten das nördliche Seitenschiff der Marienaltar und das südliche Seitenschiff der Antoniusaltar. Dort steht heute der Tabernakel. Anstelle des Marienaltars wurde der Taufstein aus der alten Kirche aufgestellt.

Anfangs zierte ein sog. Dachreiter die Vierung zwischen Längs- und Querschiff. Dieser wurde in den 1930er Jahren wegen Baufälligkeit abgerissen.

Im Jahr 1911 erhielt die Kirche eine kunstvolle Ausmalung, die 1938 ausgebessert und teilweise neugestaltet wurde. Im Sommer 1917 musste die Pfarrgemeinde wegen des Krieges ihre Bronzeglocken abgeben. Nur die Marienglocke von 1469 blieb wegen ihres Alters vom Einschmelzen verschont. 1922 wurden drei neue Stahlglocken angeschafft.

1931 erklang erstmals eine neue Pfeifenorgel und 1936 erhielt die Kirche neue Zifferblätter für die Turmuhr. 1951 wurde die Empore für den Kirchenchor erweitert.

Eine umfassendere Neugestaltung erhielt die Kirche in den Jahren 1960-62. Die ursprüngliche Ausstattung mit Hochaltar, Seitenaltären, Kanzel und Kommunionbank wurde aus der Kirche entfernt. Stattdessen entstand in der Vierung eine Altarinsel von dem Architekten Lüttgen aus Koblenz. Darüber schwebt ein Kreuz mit Balken aus Mosaikmalten. Die ehemals reich verzierte Ausmalung aus den Jahren 1911 und 1938 wurde durch die jetzt sichtbare einfachere Ausmalung des Kirchenmalers Nett aus Bad Neuenahr ersetzt.

Die Orgel von 1931 wies Mitte der 1980er Jahre erhebliche Mängel auf. Daher suchte man nach einer Alternative. Dazu wurde extra ein Orgelbauverein gegründet. Man entschied sich für eine digitale Orgel, da eine neue Pfeifenorgel nicht finanzierbar war. Die neue Orgel wurde am 20. Dezember 1992 eingesegnet.

Die letzte große Neuerung erfolgte 2006 mit dem Austausch der Glocken. Nachdem 2004 festgestellt worden war, dass eine der Glocken Risse aufwies und das alte Geläut insgesamt sanierungsbedürftig war, entschloss man sich zur Anschaffung von vier neuen Bronzeglocken. Die erste davon wurde am 14. Juli 2006 von der Firma Ars Liturgica aus Maria Laach vor Ort im Garten des hiesigen Pfarrhauses gegossen und nach dem Abkühlen am 15. Juli 2006 im Rahmen eines Glockenfestes ausgegraben. Die restlichen Glocken wurden am 18.08.2006 in der Glockengießerei in Maria Laach gefertigt. Die Glocken wurden im Rahmen des Winzerfestes eingesegnet und beim Winzerfestzug der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Nach Installation der Glocken im Kirchturm ertönten sie erstmals am 01.11.2006 (Allerheiligen).

4. Die Kapelle in Hähnen

Aber auch im Ortsteil Hähnen gab es Gotteshäuser.

Über die erste Kapelle in Hähnen ist nicht viel bekannt.

Auch in Hähnen reifte der Entschluss zum Neubau einer Kapelle – wie schon in Dattenberg – im Jahr 1884. Benediziert wurde die neue Kapelle bereits 1885. Diese war in der 1930er Jahren zu klein und wurde 1933 verlängert.

1965/66 wurde wiederum an der Stelle der bisherigen Kapelle der jetzige Kapellenbau errichtet. Er ist den 14 Nothelfern geweiht.

Entdeckung von Frankengräbern auf dem Stürzberg

Beim Bau der Transportbahn aus dem Dattenberger Steinbruch auf dem Burgberg zur Verladestellen am Rhein wurde im Bereich des Stürzberges ein frühzeitliches Gräberfeld angeschnitten. Ursprünglich ging man von einer römischen Begräbnisstätte aus.

Der Chronist Stephan Weidenbach vermerkte am 01.08.1888 in seinen Aufzeichnungen:

Bei den Erdarbeiten für die Förderbahn des Dattenberger Basaltsteinbruchs sind schöne Funde bloßgelegt worden. Mit dankens- und lobenswerter Umsicht haben die Besitzer des Basaltbruches D. S. Zervas Söhne & Gebrüder Gödkopp auch die Nachgrabungen betrieben und die aufgefundenen Antiken unter ihren Schutz genommen. Messer, Speerspitzen, Streitäxte, mit scharfen Instrumenten gespaltene Schädel lassen mit ziemlicher Gewissheit annehmen, dass auf dem Dattenberger Burgberg sehr früh schon ein Verteidigungs- & Schutzwall bestanden hat und die in ihrem Kriegerberufe Gefallenen hier ihre Ruhestätte gefunden haben. Perlenschnüre von Ton & Bernstein lassen auf die Zeit schließen, als – wie Tacitus schon von den Ubiern berichtet – römische Sitten & Trachten auch auf unserm Uferstriche Eingang gefunden hatten. Die römischen Festungen Koblenz und Andernach blühten als Handelsplätze, waren aber seit der letzten Hälfte des 3. Jahrhunderts durch wiederholte Überfälle der Germanen bedroht. Es wurde davon ausgegangen, dass die gefundenen Gürtelbeschläge aus Weißmetall, Schnallen aus Bronze, Tongefäße mit Ornamenten, Trinkgläser aus gleich früher Zeit stammen. Eine gleichfalls aufgefundene stark oxidierte Geldmünze hat sich zur Zeit noch nicht entziffern lassen; sie könnte uns bestimmt Aufschluss über die Zeit der Begräbnisanlage auf unserem Berge gewähren. Ob, wie jetzt schon angenommen wird, sich hier eine christliche Begräbnisstätte vorgefunden, dürfte sehr in Zweifel gezogen werden. Man müsste dann annehmen, das Christentum habe sich hier schon sehr früh eingebürgert und den Beerdigten wären ihre Kriegsvorräte mit in den Schoß der Erde gegeben worden

Später wandte sich Stephan Weidenbach an den Ausgräber der Stätte. Dies war der Rittergutsbesitzer Queckenberg. Dieser hatte noch 1911 die noch teilweise vorhandene Begräbnisstätte auf dem Stürzberg weiter ausgegraben. Queckenberg teilte mit, dass außer vielen Lang- und Kurzschwertern, Schildbuckel, Streitäxte, Schalen, Töpfe aber auch Schmucksachen wie goldene und silberne Fibeln oder Perlen gefunden wurden. Zudem gab er an, dass sämtliche Funde nicht der römischen sondern der spätfränkischen Zeit angehörten.

Viele der Funde stammen aus dem 7. Jahrhundert und wurden an Privatleute verkauft. Dies war vor Erlass des preussischen Grabungsgesetzes von 1914 noch möglich. Aber auch das Landesmuseum Bonn besitzt einige Fundstücke aus dem Dattenberger Gräberfeld.

Der Dorfbrand von 1859 und der Bau der Wasserleitung

Wer durch Dattenberg geht, wird feststellen, dass sich die Bebauung auf den Burg- und Bornberg wesentlich unterscheidet. Während im alten Siedlungskern des Burgbergs, der im wesentlichen durch die Burgstraße gebildet wird, Fachwerkbauten vorherrschen, findet man diese auf dem Bornberg nur selten. Reste stehen hauptsächlich südlich der Hauptstraße und im Bereich der unteren Neustraße. Hier gibt es vor allem Ziegel- und Bruchsteinbauten, die häufig verputzt sind. Woran liegt das?

Grund ist die größte bekannte Katastrophe, die Dattenberg je ereilte. Ein Großbrand vernichtete große Teile des Bornberger Dorfes.

Dazu berichtet der Dorfchronist Weidenbach recht knapp:
Am 8. August 1859 wurde der auf dem Bornberg liegende Teil von Dattenberg von einem schrecklichen Brandunglücke heimgesucht, wobei mehr als 2/3 der dortigen Bewohner obdachlos wurden. Krumme, enge Gassen und zahlreiche Strohdächer, vorzüglich aber der Mangel an Wasser waren die Ursache, dass das Feuer so verheerend wirkte.

Doch der Reihe nach:
Vor dem Brand bestand auch die Bebauung auf dem Bornberg weit überwiegend aus Fachwerkbauten. Wohnhäuser waren mit Ökonomiegebäuden (Ställe und Scheunen) verschachtelt. Zum Teil waren die Gebäude noch mit Stroh gedeckt. Die Straßen waren eng – maximal 3,60 m breit. Den Marktplatz gab es noch nicht. Ebenfalls fehlte eine Wasserleitung und Löschteiche. Beides konnte seinerzeit wegen knapper Kassen – trotz behördlicher Forderungen – nicht realisiert werden. Neben dem Antoniusbrunnen (Born) als Hauptwasserquelle des Dorfes gab es auf dem Bornberg nur noch einen öffentlichen Schöpfbrunnen in der Kirchstraße der jetzigen Kirche schräg gegenüber und wenige private Brunnen.

Das Feuer brach am 8. August 1859 gegen 11 Uhr im oberen Teil der heutigen Bornbergstraße aus. Wahrscheinlich entzündete es sich durch einen überhitzten Kamin oder Funkenflug aus dem Kamin. Zumindest brannte zuerst der Speicher eines dortigen Wohnhauses. Von dort aus breitete sich das Feuer zunächst auf die anderen Häuser in der Bornbergstraße aus, die allesamt abbrannten. Weiter wurde der Brand durch heftigen Wind über eine gebäudefreie Zone in den Siedlungskern des Bornberges getragen. Dort begann es zunächst westlich des heutigen Marktplatzes zu brennen. Von dort aus griff das Feuer ringsherum um sich und vernichtete nahezu alle Gebäude zwischen dem Verlauf der heutigen Hauptstraße und der unteren wie oberen Neustraße. Das bereits eingelagerte Heu und Stroh bot dem Feuer reichlich Nahrung. Es fraß sich bis zum »Heumel« durch, wo auch Häuser südlich der Hauptstraße Opfer der Flammen wurden.

Trotz Unterstützung von Feuerlöschkräften aus Leubsdorf und Linz gestalteten sich die Löscharbeiten äußerst schwierig. Hauptgrund dafür war im Wesentlichen die schlechte Löschwasserversorgung. Zwar blieb das damalige Spritzenhaus in der unteren Neustraße von den Flammen verschont. Aber das Löschwasser musste in Ermangelung einer Wasserleitung über eine Eimerkette vom Born zu den Brandherden befördert werden. Eine wenig effektive Brandbekämpfung war die Folge.

Letztendlich wurden 107 Gebäude in Schutt und Asche gelegt. Es entstand inklusive der verbrannten Einrichtung und der eingelagerten Feldfrüchte ein Schaden von ca. 36.000 Talern. Tote waren – soweit bekannt – nicht zu beklagen. Allerdings stand dem Schaden nur eine Versicherungssumme von 10.384 Talern gegenüber. Ein herber Verlust für große Teile der Dorfbevölkerung und eine große Herausforderung für den Wiederaufbau.

Bei letzterem taten sich vor allem der Linzer Amtsbürgermeister Thiesen, Pfarrer Klein und der Besitzer der Burg Baron von Mengershausen hervor. Die Aufbauarbeit haben Anton Rings und Robert Willscheid in „Dattenberg: Ein Heimatbuch“ auf Seite 57 anschaulich beschrieben. Dort heißt es:
Der Wiederaufbau wurde in allen Phasen zur Gemeinschaftsaufgabe. Bereits am 14. August erklärten sich alle Brandgeschädigten bereit, ihre vom Feuer heimgesuchten Grundstücke an die Gemeinde zu verkaufen. Damit war die Voraussetzung für die Erstellung eines klar umrissenen Bebauungsplanes mit breiten Straßen, einem Marktplatz und ausreichend großen Bauplätzen gegeben. Die Straßen erhielten, den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend, eine Breite von 7,5 m, die Neubauten rückten einheitlich an die Straßengrenze vor. Eine seitliche Einfahrt von ca. 2,5 m Breite führte zu den an der hinteren Grundstücksgrenze versetzten Wirtschaftsgebäuden.

Erwerbsrechte an den neuen Grundstücken hatten nur die Brandgeschädigten; diese Einschränkung war notwendig, weil schon bald Grundstücksspekulanten mit Geld lockten und die Not und Verzweiflung der Menschen auszunutzen versuchten.
Mit Hilfe der Spenden (u. a. wurde von der Regierung der sogenannter »Brandbettel« in einigen Regionen der Rheinprovinz erlaubt) wurde alles Baumaterial zu den günstigsten Bedingungen gemeinschaftlich eingekauft und verteilt. Wegen der hohen Holzpreise verzichtete man auf die Errichtung traditioneller Fachwerkbauten und zog vorwiegend Massivbauten aus Feldbrandziegeln und Bruchsteinen hoch, wobei der bodenständige Basalt bei den Fundamenten Verwendung fand.

Die Neugliederung der Parzellen hatte auch Auswirkungen auf die Straßenführung auf dem Bornberg. Führte vor dem Dorfbrand eine Straße vom unteren Ende des heutigen Marktplatzes bergan quer durch die heutigen Privatparzellen Richtung Spich, wo sie sich in den noch heute existenten Fußweg auf den Spich verlängerte, wurde nach den Brand die parallel zur Hauptstraße verlaufende obere Neustraße in der jetzigen Form angelegt. Diese Neuanlage erklärt auch ihren Namen.

Im Herbst 1860, gut ein Jahr nach dem Brand, war das Bornberger Dorf wieder aufgebaut und bewohnt. Eine herausragende Aufbauleistung.

Insbesondere unter dem Eindruck der Brandkatastrophe erkannte man, dass der Bau einer kostspieligen Wasserleitung auf Dauer unabwendbar war. Daher entschloss man sich, diese mit Hilfe eines langfristigen Staatszuschusses in Angriff zu nehmen. Die Planungen und Arbeiten dazu wurden in den Jahren 1866-1870 durchgeführt.

Dazu berichtet der Chronist Weidenbach:
Den großen Wert des Wassers gerade bei diesem Ereignisse erkennend, sah man ein, dass die „St. Antoniusquelle“ allein nicht mehr ausreiche, den Bedarf an Wasser zu befriedigen, (zumal) das Wassertragen von da auch sehr zeitraubend und mühsam sei. Man baute daher im Jahr 1870 eine Wasserleitung mit den notwendigen Behältern und 2 großen Bassins, welche hinreichend Wasser liefern. Wenn schon die im Jahr 1855 vorgenommene Erbauung des oben genannten Weges (gemeint ist der Neue Weg), besonders aber das hier geschilderte Brandunglück große Anforderungen an den Gemeindesäckel stellten, so wurde die Gemeindeschuld durch die höchst kostspielige Wasserleitung ganz besonders vermehrt.

Wie wurde die Wasserversorgung des Dorfes gelöst?
Die Bewohner des Burgberges bezogen ihr Wasser seit jeher teilweise aus der höher gelegenen Gemarkung „In den Rinnen“. Dort gab es Quellen, deren Wasser gestaut und in einer offenen Rinne (genannt: das Floss) auf den Burgberg geleitet wurde. Diese Leitung fasste man in Rohre und führte diese zunächst zum Spiß (höchster Teil der Burgstraße). Dort war der erste Brunnen und ein Reservoir. Die Brunnenstube existiert heute noch. Von dort aus lief die Leitung in zwei Strängen weiter. Der erste Strang bediente zwei weitere Brunnen bergabwärts in der Burgstraße und einen Brandweiher am Eingang zum Angstweg. Der zweite Strang führte auf den Bornberg. Dort war ein Brunnen in der Neustraße auf Höhe der alten Gaststätte Kröll (genannt: de Bann) und ein weiterer auf dem Marktplatz. Zudem gab es dort auch einen Brandweiher. Damit war die Löschwasserversorgung im Brandfall – einer der entscheidenden Gründe für den Bau der Wasserleitung erst einmal gesichert.

Später entfielen durch eine stetige Verbesserung der Leitungswasserversorgung die beiden Brandweiher. Mit der Zunahme der Hausanschlüsse und des Wasserverbrauchs entstanden Engpässe in der Wasserversorgung. Dem begegnete man 1937 mit einem Pumpwerk am Born. Von dort wurde das überschüssige Wasser in einen Hochbehälter auf dem Spich gepumpt, von wo aus es in die Wasserversorgung des Dorfes eingespeist wurde. Das Pumphäuschen war bis 1973 in Betrieb. Danach wurde es nicht mehr benötigt und bei der Neugestaltung des Dorfeingangs am Born abgerissen.

Dadinberg – Dadenberg – Dattenberg

Dr. Ernst Weyden: „Das Ahrtal 1839“, Seite 40-43, erschienen 1839 bei T. Habicht in Bonn

Dr. Ernst Weyden ist geboren am 18. Mai 1805 in Köln, gestorben am 11. Oktober 1869 in Altona.
Er wurde vor allem durch die Verfassung heimatlicher Schriften bekannt; so auch von Dattenberg.

An der Südwestseite der Stadtmauer (Linz) steigt der Weg allmählich bergan durch eine Schlucht nach dem etwa 1/4 Stunde von der Stadt gelegenem Dattenberge und seiner Ruine und mit seinem merkwürdigen Basaltbruche, den man vom Rheine und vom jenseitigen Ufer schon begrüßt hat. Einen angenehmeren Spaziergang findet man nicht leicht. Kann der Reisende es möglich machen, so wähle er den Abend zu diesem Ausfluge. Die heimliche Stille des Weges, nur unterbrochen durch das Geplauder des vom Berge hüpfenden Baches, das Rebengelände mit seinem milden Grün, das sich zu beiden Seiten hinzieht, die – je höher man steigt – immer reizender werdende Aussicht auf die reiche Rheinlandschaft, die Ruine selbst mit ihrem runden, schlanken und alten Wartturm, der sich von Gestrüpp und Efeu umrankt, zwischen spärlichen Mauertrümmern auf einer Basaltkuppe erhebt, dies Alles verleiht dem Ganzen einen außerordentlichen Reiz und wird jeden fesseln.

Die alte Veste Dadinberg (Dadenberg, Dattenberg) war früher eine dem kölnischen Erzstifte zustehende Herrlichkeit, nach der sich im 16. Jahrhundert noch eine Familie nannte; wir finden nämlich einen Diedrich Roelmann von Dadenberg, auf welchem später zwei edle Geschlechter Frenz von Gustorf und Metternich ihren Sitz hatten. Dann kam die Veste an die Familie Bornheim, und jetzt sind die Ruinen und die umliegenden Weinberge Eigentum des Notars Herrn Stoppenbach in Köln. Trauerte auch die schlanke Burgwarte dem gänzlichen Verfalle entgegen, so wird sie der jetzige Eigentümer doch wieder herstellen, den zu schadhaften oberen Teil abnehmen und im alten Style als Closet wieder aufführen lassen. Es mögen wenige Stellen in dieser Partie des Rheintales geben, so passend zur Anlage eines Landsitzes, dem da der Punkt auf der Höhe das ganze Rheintal beherrscht, paaren sich hier mit einer romantischen Umgebung mit den eigentümlichsten, malerischen Fernsichten und selbst auf der Höhe lassen sich die schönsten Wasseranlagen machen, da die Berge einen ziemlich reichen Bach von hier herab dem Rheine zusenden. Gewiss wird Herr Stoppenbach dies sich zum Vergnügen der Gegend und zur Zier zu benutzen wissen.

An dem Fuße der Bergkuppe reiht sich das Dorf Dattenberg mit seinen Weinbergen und Äckern und südlich schließt sich an dieselbe ein schöner, auch von Herrn Ankenbrandt seit 1816 betriebener Basaltbruch; wenn auch nicht so regelmäßig wie der des Minderberges immer doch noch für sich sehr merkwürdig, welcher den weiten Weg nach diesem scheut. Über dem Steinbruche selbst, wo einige Akazien angepflanzt und eine Ruhestelle angebracht ist, bietet der Standpunkt eine überraschende Fernsicht als Bild einer der schönsten im Tale des Niederrheins. Durch eine Schlucht inmitten des Dorfes und über die Ruine schweift der Blick frei bis in das Ahrtal. Wie ein im Abendscheine blitzendes Silberband schlängelt sich die Ahr von den im Abendrot glühenden Bergen in die gesegnete Talebene. Jenseits des Rheins erheben sich im Vordergrund Städte und Dörfer, links die Ruine von Olbrück und rechts die wolkenragende Kuppe der Landskron, während im Westen die Ahrgebirge sich in mannigfachen Abstufungen auftürmen und in der Ferne die Eifelberge ihre grauen Häupter in den goldenen Abendwolken bergen.

Dieses herrliche Bild der Abendbeleuchtung besonders reich im Wechsel der Formen und an malerischer Färbung bietet den schönsten Vorgeschmack von dem, was der Wanderer im Ahrtale selbst überraschen und erfreuen soll. Wenn nun der Mond aus den Wolken lugt und gleichsam schüchtern sein mildes, magisches Licht über des Rheines Spiegel ausgießt, zittert in den hüpfenden Wellen der Ahr und die ganze Gegend mit ihren Kuppen, Bergfirsten und Talgründen sanft beleuchtet, dem füllt stille Wehmut die Seele und frommes Sehnen trägt die Phantasie auf den Schwingen der Andacht in eine bessere Welt. Unbefriedigt verlässt keiner Linz und seine Umgebung mit der alten Veste Dadinberg (Dattenberg).

© abgeschrieben von Stephan Weidenbach am 23.01.1903

Ortsnamen zu Dattenberg (25.01.1903)

Dadenberg, Dadinberg, Datenberg, Datinberg, Dattenberg (im Volksmund Daddebersch).
Die Volksüberlieferung weiß über die Entstehung des Ortes folgendes zu berichten:

Der Graf von Ahre gedachte, auf der rechten Rheinseite eine Burg zu erbauen. Er wählte den Platz aus, aber seine Gemahlin wünschte, dass er die Burg auf dem anderen Berg errichten solle. Bei dem dadurch entstehenden Wortwechsel wurden stets die Worte gebraucht: „Auf da dem Berg“ und später hörte man bei dem Wortwechsel nur noch die Worte „da dem Berg“. Den Zuhörern gefiel der Wortwechsel so gut, dass sie später den Ort nur noch nannten „da der Berg“ oder Dadenberg“, aus dem dann Datenberg und Dattenberg geworden sei.

Eine andere Erklärung ist nachstehende: Bekanntlich liegt das Dorf auf zwei Bergrücken, ein kleines Tal in ihrer Mitte. Kam nun ein Fremder nach dem Ort, um einen Bekannten zu besuchen, so wurde ihm beim Nachfragen nach dessen Wohnung gar häufig geantwortet: „Der wohnt auf da dem Berg“ oder nur „auf da dem Berg“. Der Fremde, der schon ermüdet von dem Bergsteigen aus dem Rheintale war, musste sich nun noch bequemen, wieder zu Tal und dann abermals steil den Berg hinauf zu klettern . Da dieses Fragen und Irregehen gar häufig geschah, so benannten die Fremden den Ort nach dem Hinweise der Einwohner spottweise: „Da dem Berg“, der dadurch später den Namen Dadenberg bzw. Dattenberg allgemein erhalten hat.

Als Spottname hört man zuweilen den Ort „Dadderich“. Die Bewohner des Dorfes galten bei den Umwohnenden als „Röbbe“ oder „Röppen“ (Rüben) oder mit dem eigentlichen Ausdruck „Röbenasch“ bzw. „Röppenarsch“. Dieser Spitzname mag daher rühren, weil die Kirmes auf den ersten Sonntag im September gefeiert wird, wo die Rüben noch schön zart und jung sind, also passend zum Kochen. Vielleicht mögen auch die Vorfahren dieselben als Lieblingsspeise auf Kirmes den Fremden vorgesetzt haben.

Eine kleine Spaltung besteht auch zwischen den Bewohnern der beiden Berge selbst im Dorf. Man nennt sich gegenseitig „du Schinneberger“, du wohnst ja auf dem „Schinneberg“. Niemand will auf dem „Schinneberg“ wohnen, sondern erwidert: „Nein, wo du wohnst, das ist der „Schinneberg“. Wohl möglich ist, dass die beiden Berge früher wohl auch „Schinneberg“ geheißen haben mögen. Soviel ist gewiss, dass dem Namen eine kulturgeschichtliche Bedeutung beigemessen werden muss. Jedenfalls steckt in dem Wort die Silbe „chim“ oder „kim“, die nicht nur ein Höhenrücken bedeutet, sondern namentlich die Römerstraße bezeichnet, wobei das Wort zunächst die Örtlichkeit selbst bezeichnet (Pick oder Pide Mtsschr. II 499). Professor J. Schneider hat in dem Bonner Jahrbuch 78. 1884 Seite 1-6 nachgewiesen, dass eine Römerstraße über Dattenberg führte. Die gelehrten Etymologen suchen den Ortsnamen herzuleiten von „duadenberg“ = Zweiberge, da ja der Ort auf zwei Bergen liege. Andere denken gar an „duara“ – „dura“ = Bergfeste.

Ebenso so gut wie obige Deutungen wäre zu denken an „Taten“- (tun, tätig) berg, also der Berg, wo vielleicht große Taten (Waffentaten) verrichtet worden seien. Der Ort könnte auch aufgefasst werden als eine Ansiedlung der Chatten und frührer also Cattenberg geheißen haben könnte, aus dem dann unser heutiges Dattenberg gar leicht durch Umlautung des C oder K in D entstanden wäre.

Mit demselben Recht könnte man den Namen herzuleiten suchen aus Odinberg, das heißt der Berg, der dem Gott Odin oder auch Wotan benannt bzw. geweiht war. Diese Etymologie wäre gerade so möglich wie auch die des Zeitungsschreibers, der in einem Artikel vom 26. 9. 1897 Oberlieh und Oberley verdeutscht zu Odinsley = Odinsfelsen, Wotan oder Wotansfelsen bei Linz.

Anders dagegen wird man nachfolgende Ableitung wohl zu betrachten haben, nämlich diejenige, welche den Ursprung des Namens von derjenigen Person annimmt, welche den Ort zuerst besessen hat. Der Name Dattenberg, früher Daden- Dadin & berg besteht aus zwei Teilen, Daden = Dadin & berg. Über die Silbe berg in Ortsnamen siehe: Leist, Die Urkunde (Heft Seite 36). Der Wortstamm Daden, Dadin, Datten finden wir auch in den Ortnamen Dattenfeld Kreis St, Goar, Dattenfeld Kreis Waldbröhl, Dottel Kreis Schleiden, Dottendorf Kreis Bonn, Dotzebach Kreis Wittgenstein Reg. Bezirk Arnsberg, Tatenhausen Kreis Halle, Todenfeld Kreis Rheinbach, Todenrott Kreis Simmern, Todtennohl Kreis Olpe Reg. Bez, Arnsberg, Todenberg Kreis Wittlich etc.

Schauen wir nun zu, ob wir denn auch Personen mit diesen Stammworten finden.
Altrömische Inschriften finden wir im Rheinland:

Tati eingeritzte Gefässinschrift in Bonn (Bonner Jahrb. 90,43
Taticenus; Clandius Taticenius in Bonner Jahrb. 83, 145
Tato, Tacitinius, Tatucus in Bonner Jahrb. 83, 128
Tatta in Bonner Jahrb. 83,49
Toutates Mars toutates (Gott) in Bonner Jahrb. 83,19
Toutissa, Touoni in Bonner Jahrb. 64, 48, 64 ff

Dann noch die deutschen Vornamen:
Tadebert = der durch Urteil gehängte
Tadelger = Gerichtsiger (?)
Tatius = der Väterliche
Tadena = die Urteilerin
Tata oder Teta = Koseform für Tadena
Tato, Tatto = Koseform nur im oberdeutschen Raum auftretend.

Es gibt also verhältnismäßig viele Personennamen mit dem Stammworte Dati, Datto, Tati etc.
Es wäre also demnach so, dass unser heutiges Dattenberg der Berg dem Dati, Dato, Tati etc. gehörte, welche Deutung wohl am meisten für sich haben wird.

Die Etymologie des Ortsnamens lässt also einen recht weiten Spielraum zu. Das deutsche Stammwort beweist uns aber auch, dass der Name des Ortes und somit das Dorf oder die Ansiedlung wenigstens in die graue Urzeit zurückreicht. Die vielen keltischen Flurnamen um den Ort selbst sagen uns auch recht deutlich, dass die Ansiedlung schon bestand, ehe die Römer ihre Straße daselbst bauten.

Zusatz von Stephan Weidenbach aus der Dattenberger Schulchronik unter dem Datum 01.08.1888:

Das Stammwort „Schinnen“ finden wir im Rheinland und in Westfalen in folgenden Ortsnamen:

Schinnenberg Kreis Düsseldorf
Schinsburg Kreis Mettmann
Schinnerich Kreis Eupen
Schimmern Kreis Düsseldorf
etc.
Als Familienname ist bekannt: Schinnen in Eller/Mosel.

Ob das Wort Dattenberg nicht einen Anklang findet in dem Dotters oder Döttersbach, der sich mit dem Kemelsbach vereinigt und bei Leubsdorf in den Rhein fließt, ist unbekannt.

Um die Mitte der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts hat Herr Carl Haupolder (Progymnasiumslehrer in Linz) Forschungen über den Ortsnamen Dattenberg angestellt, ebenso der dortige College Dietrich. Ersterer wollte die Ortsbezeichnung von dem Griechischen daido und dem Lateinischen divido (ich teile) herleiten, weil das Dorf sich auf zwei gegenüber liegenden Berghügeln erhebt. Letzterer dagegen machte aus Datten „Todten“ und setzte die Zerstörung römischer Verteidigungsanlagen in die Zeit, da noch Ammianus Marcellinus die Germanen unter Kaiser Julianus über den Rhein gesetzt haben und alles zerstörten, was die Römer hier an Befestigungen angelegt hatten.

Römerstraße über Dattenberg (28.01.1903)

Eine Römerstraße führte von Trier über Kaisersesch, Andernach, Münster bis zur Weser und Nordsee. Von dieser gingen wohlbegreiflich mehrere Nebenstraßen ab. Von Kaisersesch führte eine über Polch, Coblenz, Hadamar etc. Eine andere über Thür, Kruft nach Andernach, dann über den Rhein nach Fahr, Feldkirchen zum Kastell Montiacesena bei Niederbieber. Eine Seitenstraße führte von Kaisersesch über Kehrig, Allenz, Mayen, Ettringen, Bell, Niederzissen, Koisdorf nach Sinzig. Hier überschritt die Straße den Rhein und ging weiter über Dattenberg und nachdem sie beim Ronigerhof von einer Grenzwehr durchschnitten worden war, weiter nach Ginsterhahn, wo sie in diese an dem Etappenlager zu Asbach vorbeiführende Straße einmündete.

Eine andere Straße kam von Lantershofen ins Ahrtal und lief auf dem linken Ahrufer hinab bis Kripp. Hier überschritt sie den Rhein nach Linz, zog die Höhe hinauf und vereinigte sich jenseits des Ronigerhofes mit der vorhin genannten Straße.

Die Haupt-Rheinstraße führte von Köln, Bonn nach Coblenz, führte ab Bonn über Godesberg, Lammersdorf, Fritzhof, Ahrweiler, Ramersdorf, Zissen Wassernach, Eich, Andernach, Kettig bis Coblenz. Ein anderer Arm führte am Rhein entlang über Remagen, westlich von Kripp, Niederbreisig nach Andernach.

Während uns die beiden letzteren Straßen weniger kümmern, müssen wir uns hauptsächlich mit der Straße, die über Dattenberg führte, genauer beschäftigen. Es heißt also im Bonner Jahrbuch Jhg. 78- 1884, dass sie von Sinzig kam und bei Ronig mit der von Linz kommenden Straße sich vereinigte. Die Vereinigung wird sicherlich auf dem hinteren oder oberen „Hähnhecke“ oder auf dem „Grendel zu suchen sein. Es entsteht nun die Frage, ob die Straße direkt von Koisdorf oder westlich von Sinzig vorbei auf den Rhein zu geführt hat. Im ersteren Falle muss sie bei Leubsdorf, im letzteren Falle bei Wallen gemündet haben. Denn nur diese zwei Punkte können in Betracht kommen, weil dazwischen auf der rechten Rheinseite durch die steil aufsteigenden Rheinberge keine Straße erbaut, ja nicht einmal ein Aufstieg möglich gewesen wäre.

Für erstere Annahme sprechen folgende Gründe: Die „Ahrwiesen“ nahe der Ahr sind so sumpfig und so leicht bei Hochwasser überschwemmt, dass das Anlegen einer Straße den wohl berechnenden und schlauen Römern sehr bedenklich erscheinen musste, während dies mehr auf Leubsdorf zu gerichtet nicht mehr so sehr der Fall war, da dort das Sinziger Gelände mehr hoch liegt. Dann auch suchten die Römer möglichst die Täler zu meiden (zumal auf der rechten Rheinseite besonders) aus wohl erwogenen Gründen. Das Anlegen eines Weges durch die heutige „Bach“ hätte sie aber eine Strecke lang durchs Tal führen müssen, um auf die Höhe zu gelangen. Auch ist gar kein so alter direkt auf die Höhe führender Hohlweg im Bach-Gebiet bekannt, während uns auf der Leubsdorfer Seite die „Keen“ oder „Keän“ oder „Keern“ sofort zum Plateau hinanbringt. Die „Keen“ ist ein sehr alter Weg, was uns schon der Name „Keerenweg“ oder Weg, der mit dem Karren befahren wurde, besagt. Und mein Vater (geb. 1823) wusste sich noch sehr gut zu erinnern, dass die Fuhrwerke, welche nach Linz oder von Linz nach Dattenberg wollten, über die „Keern“ fuhren, da in der „Bach“ kein Fuhrweg, sondern nur ein sehr schmaler Fußweg war, der kaum mit der „Schörreskahr“ (einrädiger Karre) befahren werden konnte. Auch habe der Felsen im „Leyerstech“, der jetzt ja ausgebrochen ist, viel weiter vorgestanden hatte. (Ich gebe der Vermutung Raum, dass am Fels die Steine gebrochen worden sind, welche zur Erbauung der Burg teilweise nötig waren). Auch sagt uns der Name Leye „Stech“, dass der Felsen früher sehr weit, vielleicht sogar bis ans jenseitige Ufer gereicht habe und hier gar der kleine Bach zuerst einen Wasserfall dargestellt hat, ehe er sich in sein heutiges Bett eingenagt hat; denn auf dem jenseitigen Ufer, wo die „alte Burg“ gestanden hat, war auch diese auf einem sehr steilen Felsen errichtet. Wenn ein früher Weg durch die „Bach“ geführt hat, so muss er hier eine scharfe Steigung gehabt haben, wenn der allerdings schmale Felsen nicht mehr ausgebrochen war, so breit als der Weg war. Auch fand und findet man heute noch beim tiefen Umackern eines Feldes auf dem „Mänzelte“(„Meäzelte“) da, wo der Pfad vom dem Keenerweg über die Ley nach dem „Höttebaum“ geht, auf dem 4. Felde von dem Pfad und Wege links Kleinschlag von Steinen vorherrschte, die noch fest gefügt sind und auf einen Weg schließen lassen.

Für die zweite Annahme könnte man anführen, dass sich gemäß der ältesten Urkunde des Linzer Archivs vom Jahr 1328 auf der linken Rheinseite – Wallen gegenüber – ein Ort „Breitbach“ befand. Auf der rechten Rheinseite zu Wallen befand sich, wie in derselben Urkunde der Name „Spich“, der besagt: Eine spitz zulaufende, zungenförmige Anlandung, eine Landzunge in dem Flußbette, wo Salme damals noch gefangen wurden. (Auf einem in meinem Besitze sich befindliche Bild aus früherer Zeit, – die Ruine Dattenberg darstellend – ist das Dorf Breitbach noch sichtbar). Die Ahr mündete auch früher, nach Aussage älterer Leute, mehr aufwärts wie heute, genau Wallen gegenüber, in den Rhein.

Daß sich bei den Römerstraßen an Flüssen Fährmänner – „Färge“- behufs Übersetzen über den Fluß befinden mussten, ist leicht erdenklich. Dass diese Fährmänner sich dort auch eine Wohnung bauten, mag wohl mit der Gründung des Dorfes Breitbach gleichbedeutend sein. Kripp ist um die Wende des 17. und 18. Jahrhunderts entstanden, suchte durch das Verschwinden des Ortes Breitbach die Bequemlichkeit des „Halfen“ zu ersetzen und ihre Pferde zu füttern. Auch werden die Bewohner des Ortes Breitbach den „Halfen“ über den breiten Bach – die Ahr – weggeholfen haben, indem ihre Häuser – in dem Dreieck zwischen Rhein und der Ahrmündung gelegen – noch keine Brücke über die Ahr führte. So ist wohl hieraus ersichtlich, dass bei Wallen gewiss eine Überfahrtstelle sich befunden hat, zumal sich auf der rechten Seite eine ausspringende Spitze in den Rhein reichte, die als beinahe verfallene Steinkippe noch den älteren Bewohnern bekannt war und hinter der sich ein Strudel – „das Woog“ – befand. Zudem lesen wir in derselben Urkunde, dass sich beinahe an derselben Stelle ein „Molenweg“ befunden hat. „Mole“, – ein Dammweg – der in das Meer oder Wasser hineingebaut ist (von dem lateinischen Wort „moles“) besagt, was uns noch sicherer erscheint, dass wir es hier mit einer alten „Fuhrt“ zu tun haben. Auch standen auf der rechten Rheinseite die Häuser von Wallen, denn die Sage weiß uns zu erzählen, dass der Äbtissin – die heilige Gertrudis – die ganze Gegend gehört habe, daselbst zeitweise gewohnt habe (der nahe gelegene Weinbergsdistrikt heißt heute noch „Gertrudenberg“. Wohl kennt die Urkunde von 1328 eine „Spych“ oberhalb von Leubsdorf, die inbetracht des weiten Umweges nicht in Betracht gezogen werden kann.

Dann müssen wir die oben erwähnte „alte Burg“ auf dem kleinen Felsvorsprunge beachten, von der der Volksmund sagt, dass sie eine Römerburg gewesen sei. Dass die jetzige Burg erst viel später erbaut worden ist, berichtet die Geschichte, und dass sie mit einer Brücke mit der alten Burg auf dem jenseitigen Felsen verbunden gewesen sei, so die Volksüberlieferung. An dem frischen klaren Quell – dem heutigen Antoniusbrunnen – hätten die Römer ihre Lasttiere tränken können, denn gar weit ist es von hier, ehe sie weiter wieder zu einer Quelle gekommen sind. In der Mitte des Dorfes- – im heutigen „Dall“ – heißt heute noch die amtliche Flurbezeichnung: „Im Tal oberen“ und „im Tal unteren Landgraben“. Dann habe ich persönlich schon in meiner Jugendzeit auf der „Bann“ (hinter dem Tal oberen Landgraben) beim tiefen Umspaten kleinere Pflastersteine -“ Schrot“ – zu Tage gefördert, die ich mit dem Spaten aus einer festen Masse, wie es schien, festen Weg ausbrechen mußte. Dieser alte Weg fand sich auch auf den Nachbargrundstücken in der Richtung von Wallen nach dem Ronig. Parallel mit diesem Steinweg führte ein Hohlweg auf den Wehrgraben („Wehrgrawen“) zu, der unmöglich sich durch das Wasser allein so vertieft haben kann, da das Wasser, welches durch die „Holl“ hinab kam, viel eher sich einen Weg durch den geradeaus führende Hohlweg auf den heutigen „Bornberg“ gesucht haben würde. Den „Wehrgraben“ durchschneidend, hat die Straße ihre Fortsetzung genommen durch die „Holl“ bis zur „Schötzheck“ und bis zu „Ronig“. Dass die „Holl“ nicht von den Bewohnern der letzten Jahrhunderte gebaut worden ist, sondern zu einem wohl berechneten Zwecke, kann man schon bereits daraus erkennen, dass zum Beispiel der etwa Ende der 1880er Jahre verschwundene „Hollestuß“ gar sehr steil von der „Holl“ abzweigt, obwohl sich doch gar leicht ein sehr bequemer Weg in die Flur schaffen ließ. Auch noch aus bestehenden andren Wegen kann man erkennen, dass die Leute des Mittelalters eine starke Wegesteigung nicht fürchteten.

Bei Anlegung der „Holl“ (Hohlweges) muss es den Herstellern darum zu tun gewesen sein, einen verdeckten oder vielmehr einen versteckten Weg zu bekommen, der sie über das Plateau brachte; denn die kleine Steigung bis auf die fast ebenen Fluren nebenan kann nicht als Hindernis betrachtet werden, den Weg über dieselbe zu führen. Die kleine Mulde des „Wehrgrabens“ mit der Fortsetzung auf den „Dall-Landgraben“ zu, die „Schötzheck“ vor Ronig und der „Streitsbösch“ hinter dem „Grendel“ werden wohl Verteidigungszwecken gedient haben. Der „Hollweg“ kann unmöglich durch Wasser so vertieft worden sein, weil das Wasser zu den beidseitigen Tälern herabfließen musste. Es ist also unbedingt ein von Menschenhand angelegter, verdeckter Weg, der heute noch als direkter Verbindungsweg zwischen Dattenberg und Ronig besteht Auf der „Schötzheck“ führte der alte Weg vor Ronig etwas rechtswärts von der heutigen auf den alten „Hähnhecke“ zu, der ebenfalls in den Felsen eingebrochener Hohlweg heute darstellt. Erst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er nicht mehr oder doch wenig benutzt, da nun ein neuer Weg den „Hähnhecke“ hinauf gebaut wurde. Bei dem alten“Hähnheckeweg“ ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass er durch Ausfahren in den vielen Jahrhunderten sich so tief in die Schieferfelsen eingenagt hat. Erst auf dem „Grendel“ vereinigt er sich mit dem neuen Wege wieder, während der von Linz kommende „alte Weg“ den neuen Weg von Dattenberg schon vorher überquerte und sich kurz vor dem Zusammentreffen des neuen und alten Weges vereinigt hat. Hier ist die Stelle de Landgrabens, von die Bonner Jahrbücher berichten.

Betrachtet man nun en Weg auf seiner ganzen Strecke von Wallen bis zum „Grendel“ oder bis nach Ronig, so ist derselbe, wenn er durch die Schlucht der Fortsetzung des Wehrgrabens geführt hat, ein stets verdeckter oder gar versteckter. Kein Mensch der Nachbarschaft oder Umgebung konnte sehen, wer auf der Straße ging oder fuhr, während es den auf der Straße Wandernden ein sehr leichtes war, durch Hinaufsteigen zur Böschung sich Gewissheit zu verschaffen, was im weiteren Umkreise vor sich ging, ohne auch nur große Gefahr zu laufen, entdeckt zu werden. Nur die kleine Strecke von der „Schötzheck“ bis Ronig – etwa 400- 500 Meter – lag dem Auge frei.

Die alte Burg (17.02.1903)

Gegenüber der jetzigen Burg auf der anderen Talseite heißt die Benennung des Distriktes heute noch die „alte Burg“. Die Sage geht, dass daselbst früher ein Römerkastell gestanden habe. Auch sei diese Burg mit der neuen Burg durch eine Brücke verbunden gewesen. Diese alte Burg sei, weil sie so versteckt im Tale gelegen habe, nicht mehr den Zeitverhältnissen entsprechend gewesen, weshalb man dann auf der gegenüber liegenden Seite die neue Burg gebaut habe. Auch sei es in der alten Burg nicht »richtig« zugegangen, denn daselbst treibe ein »Spuck« sein Unwesen gehabt.

Tatsache ist: In meiner Jugendzeit war auf der Stelle, wo jetzt Akazien angepflanzt sind, auf dem Schutte, der aus dem Steinbruche in der Ende der 1870er bis Anfang der 1880er Jahren hingefahren worden ist, eine Bergschlucht, steil ansteigend, wie man ja noch an dem »Bongart«, der den Erben Joh. Matth. Kirschbaum gehört, gut sehen kann. Die Talschlucht war mit Wiesen bedeckt, auf denen mehrere Obstbäume (meistens mit krummen Stämmen). besonders Zwetschenbäume, standen. Auch waren die Wiesen recht sumpfig. Durch diese Talschlucht wurde also auf Dattenberg resp. auf den Antoniusbrunnen zu ein vorspringender Felsrücken gebildet, der sich auf beiden Seiten hinausstreckte und mit Dornen bewachsen war. Auf der obersten Höhe erbaute später der Christian Mand sein Haus. Gar oft sind wir Buben auf den Felsen herum geklettert, wo altes Mauerwerk den Mardern, Füchsen etc. einen angenehmen Aufenthaltsort darbot. Gar oft geschah es auch, dass das abbröckelnde Mauerwerk nachgab und die Dornen einen auffingen, um nicht in die Tiefe zu stürzen. An der Seite auf den Rhein zu war nun in dem Mauerwerke ein Loch, durch das wir Jungen stets Steine hineinwarfen. Auch nahmen wir öfters lange Bohnenstangen und steckten sie hinein, kamen aber nicht auf den Grund. Das Loch führte zu einem großen Keller, der recht groß gewesen sein muss. In dem Keller, so hieß es allgemein, läge eine Kiste mit viel Geld vergraben. Wer diese Kiste fände, hätte für sein ganzes Leben lang Geld genug. Trotzdem ging es uns Buben weniger um das Geld als um die Marder und Füchse zu vertreiben oder im Herbste die »Schlingen« (Früchte des Schwarzdornes) zu bekommen. Bei diesem Herumtappen gerieten unsere Hände und unser Gesicht gar oft in unliebsame Berührung mit den Dornen, zumal wenn unser Fuß über altes Gemäuer strauchelte.

Es steht also fest, dass daselbst ein Gebäude gestanden hat, was auch jeder ältere Einwohner von Dattenberg nach eigener Anschauung weiß. Aber, wie gesagt, es ist jetzt alles zugeschüttet, nur noch ein spitzer, kleiner Felsen ist heute noch daselbst sichtbar.

Der Born und Antoniusbrunnen (18.02.1903)

Ehe im Jahre 1870 die Wasserleitung gebaut worden war, musste der »Boen« (Born) alles Trink- und Kochwasser für den ganzen Ort liefern. Wohl waren auf dem Bornberge einige »Pötze«, aus denen das Wasser mittelst Radwelle herausbefördert wurde und auf dem Burgberge das Wasser floss, dass aus dem »Walleschbroch« herleitete. Aber dieses Wasser diente mehr der Viehfütterung, wollte man aber einen Trunk Wasser haben, so musste man zum Born hinabsteigen ins Tal. Mittels des Joches, einem etwa 1 Meter langen, am Halse etwas ausgeschnittenen und ausgehöhlten Holze, an deren Enden 2 Kettchen herabhingen, wurden die beiden Wassereimer getragen. Das Wassertragen war eine recht langwidrige und Zeit treibende Arbeit, abgesehen von der Beschwerlichkeit, denn ehe die Leute an ihre Arbeit gehen konnten, musste zuerst Wasser ins Haus geschafft werden. Da erkannte man so recht den Wert des Wassers zu schätzen.

Der Born war ein offener Brunnen von über 2 Metern im Quadrat. Seine Tiefe war etwa 1 1/2 bis 2 Meter. Man musste das Wasser schöpfen mit dem Eimer. Die Frauen schöpften mit dem Eimer die Wasserbüttchen, die auf der Wasserbank standen, voll und trugen diese Büttchen auf dem Kopf heim, nachdem sie zwischen die Büttchen und dem Kopf den »Krengel« (ein rundes 25-30 cm im Durchmesser großes und 5-10 cm dickes Haarkissen) gelegt hatten. Die Frauen verstanden dieses Wassertragen so meisterhaft, dass noch nicht ein Tropfen Wasser aus dem Büttchen herausschlappte. Zu Hause hatten die Büttchen ihre Stelle auf der Wasserbank.

An 3 Seiten war der Brunnen mit Steinen ausgemauert, die hintere Seite zeigte zu unterst den nackten Schieferfelsen, darüber die bloße Lößwand. An der vorderen Seite, wo also die Leute Wasser schöpften, war kniehoch ein Mäuerschen aufgestellt, worauf sich die Leute beim Schöpfen knieten und das auch als Schutz diente. Über dem Brunnen war ein 2seitiges Schieferdach, das aber auch noch über den vorbeiführenden schmalen Weg reichte. Während die beiden hinteren Enden auf je einem Stein ( die auf dem Löß ruhten) lagen, stützten auf der anderen Seite 2 hölzerne Pfosten das Schieferdach. Somit war bei Regenwetter ein geschützter Raum geschaffen, der auch den Frauen gar oft bei den Plaudereien recht willkommen war. Einige Treppenstufen aus Basaltsäulen führten hinauf zu dem Wege nach der alten Schule. In den letzten Jahren war die hintere Wand des Brunnens durch das Nachbröckeln des Löß geöffnet und so kam es bei Regenwasser gar häufig vor, dass das hinten herab kommende Wasser des Brunnenwassers so gelb färbte, dass es stunden- ja tagelang unbrauchbar war.

Der Brunnen versiegte nie, auch bei der größten Dürre nicht, obgleich dann der Wasserspiegel niedriger war. Sonst lieferte er ein vorzügliches Wasser, das im Winter »dämpfte«, also warm und im Sommer kalt war. Es hatte also gleichmäßige Temperatur. Die Schiffer kamen und holten daselbst ihre Wasservorräte und nahmen dasselbe sogar mit bis nach Holland, denn am ganzen Rheinstrom ist kein Wasser so gut wie dieses! Kein Wunder, dass den Leuten das Wasser der Wasserleitung nicht gefiel und wenn sie einen Trunk von diesem Brunnen bekamen, so heißt es heute noch: „Es geht doch nichts über den Born!“

Im Hintergrund des Borns stand erhöht in der Lößwand eine etwa 1 Meter hohe Statue des hl. Antonius »mit der Sau«. Da die frühere Statue morsch und bröcklig geworden war, so hatte in den 1850 bis 1860er Jahre der Schreiner Franz Ronig eine neue geschnitzt, die so schön ausgefallen ist, dass sich der Ruf des Künstlers Ronig weit in der Gegend verbreitete. Die Statue steht heute vor dem Brunnen in einer Nische.

Unter dem Pflaster des schmalen Weges lief das überflüssige Wasser durch 2 hölzerne Kendel, (»Kalle«) in die 2 etwas tiefer stehende steinerne Wassertröge. Die »Kalle« waren schon recht alt und ganz mit Moos bewachsen. An den beiden Trögen wurde die Wäsche gehalten und zwar in dem unteren Troge die schmutzige und in dem höher stehenden die reine Wäsche. Auch heute noch erledigen die Frauenspersonen aus dem Dorf daselbst ihre Wäsche.

In den 1880er Jahren, wie der Born zu sehr in Verfall geraten war, ließ mein Pate, Vorsteher Stephan Haag, den Brunnen überwölben, das morsche Dach entfernen, die hölzernen »Kallen« durch eiserne Rohre ersetzen und so den Brunnen vor Unreinigkeiten schützen. So hat das Ganze jetzt ein verändertes Aussehen erlangt und nicht zum Schaden für das Dorf. Das Ziegelmauerwerk mit der Nische, in der die Statue des hl. Antonius thront, gibt dem Besucher aber die Stelle an, wo der Antoniusbrunnen die frühere Wasserversorgungsstelle des ganzen Dorfes gewesen ist.

Am Pfingstsamstag gegen Abend zogen die Junggesellen durchs Dorf nach dem Brunnen, schöpften ihn leer und schafften allen im Jahre angesammelten Unrat, Steine, Holz aus demselben und steckten an den Giebel des Daches einen Maibaum. Sie mussten also den »Boen botze«. Dafür aber zogen sie später durchs Dorf und sammelten Eier und Speck, was ihnen in jedem Haus gerne verabreicht wurde. Davon ließen sie sich gewöhnlich im Wirtshause Eierkuchen backen, die bei einem Glase Wein verzehrt wurden. Durch die Anlage der Wasserleitung ist das »Boenbotze« und das Einsammeln von Speck und Eier verschwunden und wird gar bald in Vergessenheit anheimgefallen sein.

Der Heilbrunnen (18.02.1903)

Unter der Kirchhofsmauer neben der alten Kirche in der Nähe der Ecke, ganz nahe an dem Wege, der aus dem Steinbruch führte, war eine Quelle, das »Heilbörnche« genannt. Klar und hell sprudelte das Wasser aus der Kirchhofsmauer, nahe der Brücke hervor. Man hatte darüber ein kleines Häuschen errichtet, damit die Einwohner sich das Wasser schön schöpfen konnte und damit das Brünnlein nicht durch Regen oder herab fallendes Gestein beschmutzt werden konnte. Das Wasser kam, wie es allgemein hiest, „aus dem Kirchhof und der Kirche“. Uns Kindern wurde gesagt, dass das Weihwasser, das auf dem Kirchhofe und in der Kirche ausgesprengt wurde, in die Erde sickere und dann mit dem anderen Wasser vermischt, dort wieder zu Tage trat. Das Wasser sei also teilweise geweihtes Wasser. Kein Wunder, wenn wir dieses Wasser mit heiliger Ehrfurcht betrachteten. Unsere Ehrfurcht vor diesem Heilbörnchen stieg noch ganz besonders dadurch, dass das Wasser als Heilwasser galt. Hatte jemand wehe oder krankhafte Augen, so wurde ein Krug voll Wasser dieser Quelle entnommen und damit daheim die Augen öfters am Tage gewaschen. Fast immer war der Erfolg dieser Waschungen die Gesundung der Augen. Kein Wunder, dass sich der Ruf dieses Brünnleins immer noch bestätigte und ausbreitete. Ja, gegen jedwedes Augenleiden galt das Wasser des Heilbörnchens als Universalmittel. Ganz besonders aber war die Wirkung gut, wenn man die Augen an der Quelle selbst wusch, besonders frühmorgens. Und ich erinnere mich noch genau, dass eine Person monatelang jeden Morgen, wenn sie morgens zur Kirche ging, zuerst daselbst ihre Augen mit dem heilkräftigen Wasser wusch. Auch von Leubsdorf kamen Leute mit den Krügen und holten daselbst das Augenheilwasser.

Da aber durch das schwere Steinfuhrwerk, das nahe daran vorbeifuhr, das Brünnlein öfters beschmutzt wurde, so verlegte man es einige Schritte weiter seitwärts. Aber auch dort war es noch nicht geschützt und daher sah man sich genötigt, dem Brünnlein eine andere Stelle auszuweisen. Man leitete die Quelle mittelst eines Tonrohres auf die Seite und erbaute in den 1870er Jahren darüber ein schön gewölbtes Häuschen, das noch heute (1902) im Stand gehalten wird. Ganz hoch steht dieses Heilbömchen bei allen Einwohnern in Ehre und ich wollte keinem Menschen raten, sich zu vermessen, dasselbe auch nur im Geringsten verunreinigen zu wollen, da er sonst selbst sicher Gefahr laufen würde, alle Dattenberger gegen sich zu bekommen. Als Trinkwasser wurde das Heilwasser nie benützt.

Die alte Schule (18.02.1903)

Schräg hinter dem Antoniusbrunnen, der alten Kirche gegenüber, in dem Dreieck gebildet von dem Wege, der vom Born zum Bornberge führt, gerade vor der Brücke, stand die alte Schule und das Wohnhaus des Lehrers. In die Böschung der Wiese hatte man den freien Platz heraus gegraben, um so Raum für Schulhaus und Wohnhaus zu bekommen. Das Wohnhaus des Lehrers stand gegen den Rhein zu, durch den Hof getrennt von dem Schulsaale und daran stoßenden Stallung, Aborten etc. Die Türe des Wohnhauses führte aus dem Hofe hinein, der Giebel schaute auf den Kirchhof hin. Das Haus stand also mit der Langseite parallel zum Rhein. Ebenso das Schulhaus, das aber 5-6 Treppenstufen höher stand wie das Wohnhaus. Die Treppe und die Türe des Schulsaales führte genau der Türe des Wohnhauses gegenüber hinein, sodass der Lehrer nur über den schmalen Schulhof zu gehen hatte.

Wenn man also den Bachweg hinauf kam, erblickte man sofort das Wohnhaus des Lehrers. Der Schulsaal stand parallel diesem dahinter. An dem Schulsaale war eine Doppeltür und dazwischen ein kleiner, dunkler Raum, in welchem die Kinder, welche sich nicht schickten , zur Strafe gestellt wurden! Kam man in den Schulsaal hinein, so brauchte man sich nur links zu drehen, um den Kindern ins Gesicht zu schauen. Die Bänke standen auf beiden Seiten an den Wänden, in der Mitte war ein schmaler Gang, in dem der Ofen stand. Vor den Bänken war noch ein freier Raum.

Die Wände und die ganzen Gebäude waren altersschwach und es kam gar oft vor, dass die an den Wänden sitzenden Schulkinder sich mit dem Griffel etc. in die Wand ein »Guckloch« bohrten, welche im Winter mit Papier zugestopft werden mussten. Kein Wunder, dass da die Gemeinde ein neues Schulhaus erbauen musste und Lehrer Seul sorgte auch dafür, dass der Schulhausbau nicht lange auf sich warten ließ. Wie das neue Schulhaus 1875 bezogen war, wurden die alten Gebäude auf Abbruch verkauft und der Schmied Merkens kaufte das Wohnhaus des Lehrers und ließ dasselbe Holzwerk genau wie es vorher gestanden neben seinem Wohnhaus wieder aufrichten, ausmauern und benutzt dasselbe heute noch als Schuppen. Die alten Schulbänke kaufte Lothar Weidenbach, mit denen er den Speicher in seinem Wohnhaus bohnte. Die alten Bücher und Tafeln etc. waren bei dem Verkaufe zu den Bänken gerechnet worden und eine Narbe an meinem Kinn zeugt heute noch davon. dass mein Bruder im jugendlichen Übermut mir die Weisheit der alten Bücher und Tafeln in den Kopf hineintrichtern und hineinschlagen wollte.

Die alten Gebäude wurden also abgerissen, der Boden etwas geebnet und mit Rasen bepflanzt, nur noch die alte »Rötsch« blieb als Fußpfad meistens für die Jugend zum Zerreißen der Schuhe und der Hosen.

Die alte Kirche (20.02.1903)

Das Chor ist wegen seiner Kunstformen erhalten geblieben und wird den Geschichtsforschern immer vor Augen stehen können. Das Schiff der Kirche ist im Winter 1898/99 abgebrochen worden und daher werden einige Bemerkungen zu dem Turm und dem Schiff recht am Platze sein.

Die Haupt- (Doppel) türe führte von Westen gegenüber dem noch stehenden Chore zur Kirche. Dieselbe wurde dadurch geschlossen, dass man im Innern der Kirche einen Balken vor die Türe quer schob und die beiden Enden in der Mauer ruhten. Zwischen Balken und Türe schob man einen Holzkeil, wodurch die Türe fest geschlossen war. Die kleine Kirchentüre führte von Süden hinein und wurde mit einem großen Schlüssel geschlossen. Kam man zur großen Kirchentüre herein, so war links ein von Niedermendiger Lavasteinen ausgehauener Napf, der als Weihwasserbecken diente. Gleich daneben führte die Treppe zur Empore „Bünn“im Mannhause. Oben stand links ein großer Schrank, in dem die einzelnen priesterlichen Kleider und Bücher aufbewahrt wurden. Schwere eicherne Balken und Pfosten stützten den Turm. Die Orgel war vorgebaut worden und wurde von 4 Pfosten getragen. Wollte man aber zu dem Orgelspieler hin, so musste man über einen schweren, liegenden Balken schreiten an den Glockenseilen vorbei, die bis zum Boden der „Bünn“ reichten. Neben und hinter dem Organisten war die Stelle für den Kirchenchor, die eine nach hinten aufsteigende Bühne war, die mit Brettern von dem anderen Raume abgeschlossen war. Hinter dieser Bühne den kleinen Raum bis zur Rückwand füllte der „Sendschöffenstuhl“ aus. Von der Gesangsvereinsbühne stieg man mittels eines Leiterchens, das man sonst platt auf den Boden legte, in den Turm hinauf. Nach vorne hin war die Bühne selbstredend mit einem Geländer abgeschlossen.

Hinter der Orgel, also von der Treppe geradeaus, war noch eine kleine, eine Stiege höher gelegene Galerie, die der teilweise Platz der Junggesellen war. Durch den engen Raum der Kirche gedrängt, hatten die Junggesellen sich neben dieser kleinen Galerie eine eigene Bühne gebaut. Eine Stiege niedriger als das Mannhaus hatten sie von Balken und Brettern eine fest an die Nordwand angelegte, an den in der Kirche quer hindurch gehenden Balken befestigte Galerie geschaffen, die außer einer Kniebank und Sitzbank nur die Lehne enthielt. Sie war nur so breit, dass kaum 2 Personen hinter einander stehen konnten. An dem anderen Ende der Galerie führte eine Treppe hinunter gerade vor dem Beichtstuhl endend. Auf dieser Bühne wurden auch bei Feierlichkeiten die Fahnen befestigt, welche also quer in die Kirche hineinreichten und den Leuten auf der Empore den Ausblick auf den Altar verwehrten. Während der Predigt mussten dieselben aber aufgerollt werden. Streng wachten aber die Junggesellen darauf, dass keine ihrem Vereine nicht angehörende Person den Junggesellen ihre Plätze auf der Galerie einnahmen. Wollten die Junggesellen auf ihrer Bühne auf den Altar schauen, so mussten sie den Kopf nach links wenden.

Das Gewölbe des Schiffes war ein Tonnengewölbe aus Brettern hergestellt, die weiß übertüncht waren. In den letzten Jahren sprang eines nach dem andern los und so kam es bei Regenwetter gar häufig vor, dass unter diesen „Schollbrettern“ – wie die Leubsdorfer spottweise sagten, -der Regen durch das schadhafte Schieferdach bis in die Kirche herab träufelte.

Auf der Nordseite des Schiffes war kein Fenster, auf der Südseite der Empore, also nach Westen hin, war ein Fenster, während auf der Südseite 3 große, aber romanisch in tiefen Nischen liegende Fenster waren, nämlich 2 von der Westseite bis zur kleinen Kirchtüre und eines von dort bis zum Chore. Die Fenster waren so hoch angebracht, dass man sie ohne Leiter nicht erreichen konnte. Dass die Scheiben in Blei gefasst waren, versteht sich von selbst. Sie spendeten im oberen Teil des Schiffes genügend Licht, während im unteren Teile das Mannhaus das Schiff verdunkelte.

Etwas neben der kleinen Kirchentüre auf das Chor zu stand die Statue des hl. Donatus, dem auf Donatustag eine reife oder schon gefärbte Traube in die Hand gegeben wurde. Vor dieser Statue stand eine alte Wachskerze, schön mit Farben bemalt, die wohl ihre 4-5 Meter groß und unten entsprechend (25.30 cm) im Durchmesser dick war. Nur bei ganz besonderen Anlässen wurde sie angezündet. Auf derselben Seite war der Antoniusaltar mit der Statue des hl. Antonius. Auf der gegenüber liegenden Seite befand sich der Muttergottesaltar mit der Statue der hl. Maria. Etwas rückwärts von Letzterem stand an der Wand der Beichtstuhl, der Fußboden des Schiffes war ganz mit Steinen belegt, in dem mittleren Gange lagen Niedermendiger Lavaplatten. Zwischen den beiden Altären, in der Mitte vor der Kommunionbank, lag ein großer Grabstein mit u.a. am Rande erhöhten Linien.

Da das Schiff viel höher und breiter war als das Chor, so war an beiden Seiten sowohl wie über dem Gange eine breite freie Wandfläche. In dieser Mitte hing ein altes, verstaubtes Ölgemälde in schwarzem Rahmen, die Anbetung der drei Weisen darstellend. Dasselbe soll von einem großen Künstler vergangener Jahrhunderte herrühren. Sonst waren die freien Wände kahl und einfach mit Kalkmilch getüncht.

Der Turm hatte eine 6 oder 8eckige Form und war nur mit Brettern verkleidet. Das Gebälk in demselben aber war von Eichenholz und ungemein massiv. Bei strengem Läuten wackelte derselbe in den letzten Jahren sehr stark, trotzdem war an ein Einstürzen nicht zu denken, da die Balken noch gesund und sehr fest gefugt waren. Im unteren Teil des Turmes lagen alte Heiligenstatuen und ein altes Turmuhrwerk, an dem wir Schulbuben unsere Freude hatten.

Eine sehr lange Leiter führte hinauf zu den Glockenstühlen. Von hier aus hatte man durch die Schalllöcher eine schöne Aussicht. Hierhin musste auch der Chreste Jösep (Joseph Siebertz) steigen, wenn er an Festtagen „beiern“ musste. Zu diesem Zweck band er mit Stricken die 3 Glocken etwas schief, tat einen Strick (den von der großen Glocke) in den Fuß und nahm die beiden anderen in je eine Hand. In schönen, harmonischen Takten wusste er das schönste Glockenspiel durch das Ziehen an den Stricken und dadurch das Anschlagen der Klöppel an den Glocken hervorzuzaubern. Ja, er verstand es sogar, die verschiedensten Stücke zu „beiern“. Das Herz eines jeden Dattenberger Einwohners fing an, höher zu schlagen, wenn der Chreste Jösep in den Turm stieg und dort „beierte“. Er wurde dafür auch jährlich mit einem Thaler vergütet. Das „Beiern“ geschah und geschieht heute noch nur an Festtagen. Gewöhnlich am Abend vorher und dann am Tage selbst von zweimal Läuten bis zum Zusammenläuten dann auch, wenn zusammen geläutet ist und die große Glocke weiter geläutet und er beginnt, mit den beiden anderen dazu in schönsten Takten und Harmonie weiter zu „beiern“. Während man dem „Beiern“ in Leubsdorf die Worte unterlegte „Spinatenmoos on Limmesfleisch on datt schmeckt joth, datt denk eich, datt denk eich“ unterlegt, wusste ich nicht, dass man in Dattenberg Worte unterlegt hätte. Zuweilen wird auch dabei in Leubsdorf gesungen „En Korf voll Schnedde (?) on noch nitt ze fridde, datt denk eich, datt denk eich.“ Auch in der Neujahrsnacht wird von 12 bis 1 Uhr in Dattenberg gebeiert. Der Chreste Jüsep ist schon lange tot und er hat einen würdigen Nachfolger in Joseph Schwarz gefunden. Das „Beiern“ ist aber nicht bloß in Dattenberg, sondern auch in der ganzen Umgegend üblich.

Aus dem Schiff gelangte man erst durch 3 Stieggenstufen zu der Kommunionbank. Dieselbe war einfach, hatte an jeder Seite ein Türchen. Durch die eine Tür musste man gehen, um in die Sakristei und in den Chor zu gelangen, während die andere nur beim „Offere“, das bei Begräbnissen geschah, geöffnet wurde. Der Raum vor der Kommunionbank und auf den 3 Stiegen nebst den beiden Seitentüren war für die Schulmädchen bestimmt. Im Chor links von der Türe an gerechnet war ein Raum neben neben dem Sakramentsschrein, der früher wohl als Sakristei gedient haben muß. Er war 4eckig, dem Altare zu offen und war der Platz für die Schulknaben. Auch sie konnten nicht, wie auch die Schulmädchen nicht auf Bänkchen knien, weil keine da waren. Sie mussten sich also mit der bloßen Erde begnügen, nur war hier der hinterste Teil mit Brettern belegt.

Auf der anderen Seite des Chores – also rechts von der Türe an gerechnet-, ging eine Türe zu der Sakristei, die einen kleinen Tritt tiefer lag. Sie war sicherlich später angebaut worden, hatte auch 2 viereckige mit eisernen Stäben geschützte Fenster. Sie war nicht gar groß, jedoch Raum genug zum An- und Auskleiden des Priesters. Über der Türe der Sakristei, von innen zu, war ein verschlossener Raum, der zum Aufbewahren der gemachten Blumensträuße diente. mit denen die Altäre bei Festen geschmückt wurden. In dem Schiffe standen 2 Reihen Stühle, aber nicht bis zur großen Kirchentüre hin, sondern ließen dort noch einen großen freien Raum. Die linke Seite von der Haupttür an gerechnet war für die Mädchen und jungen Frauen bestimmt. Die Stühle der rechten Seite, von der kleinen Kirchtüre an bis zum Antoniusaltar , diente den alten Frauen, während die Stühle unterhalb der kleinen Kirchtüre den alten Männern gehörten. Die Kreuzfahnen (Mädches- und die Bürgerfahne) und das hölzerne sowie das neue messingne Kreuz hatten ihre Stelle in den einzelnen Stuhlecken, während der Traghimmel zur Fronleichnamsfeier im unteren Schiff vor der Orgel aufgestellt wurde. Das einfache hölzerne Kreuz wurde bei Begräbnissen vorausgetragen, während das andere Kreuz bei feierlichen Prozessionen gebraucht wurde.

Hinter der Kirche führte ein schmaler Gang herum. Auf der Südseite waren 2 große. massive Strebepfeiler gegen das untere Schiff gebaut. Der ganze süd- und westliche Kirchhof (nicht Friedhof) war mit kleinen Steinen gepflastert. Das Pflaster war aber zuweilen sehr holperig. Eine hohe Mauer war an der Südseite errichtet, die noch kniehoch über den Kirchhof hinaufragte. In der Mitte kam aus der Tiefe ein mächtiger Nußbaum herauf, dessen Äste über die Mauer und den Kirchhof hingen. Der Nußbaum gehörte dem Lehrer. Die ganze Mauer war mit Efeu dicht bewachsen, an der einen Seite hatte sich ein Lindenstrauch Nahrung zu verschaffen gewusst.

Die Bewohner des Dorfes achteten genau auf die Blüte und Früchte des „Äbsch“ (Efeu), denn wenn dasselbe schöne Blüten und Früchte zeitigte, so gab es auch ein gutes Weinjahr und ebenso umgekehrt. Daher wurde es gar nicht gern gesehen, wenn wir Schulbuben die Efeublätter schon abpflückten. Die Äbsch war ihnen lieb und wert geworden, wurde gleichsam als Heiligtum verehrt. Jetzt ist der früher geradeaus führenden Mauer eine solche im spitzen Winkel vorgesetzt worden und das ganze angefüllte Dreieck neigt sich um den Antoniusbrunnen zu. In nicht allz ferner Zeit wird dieses Dreieck nebst dem Kirchhofsplatz durch Anpflanzungen einen schönen Hain bilden. Die Leute im Ort sagen von der alten Kirche: Das war früher eine Heidenkirche und wurde in späteren Jahren vergrößert. Wohl möglich, dass daselbst früher eine heidnische Kultstätte gewesen ist.

Wie schon bemerkt, waren 3 Glocken in dem Kirchturm. Die große Glocke hing nach Westen zu und diente außer zu kirchlichen Zwecken auch zum Zusammenrufen der Gemeindemitglieder, wobei zweimal nacheinander mit ganz kurzer Pause dazwischen geläutet wurde und beim Ausbruche eines Brandunglückes. Dann beim Gottesdienste zum ersten Male Läuten, also 1/2 Stunde vor Beginn desselben, beim Zusammenläuten zum „Klappern“ bei der Wandlung und zum „Klappern“ beim Morgen. Mittag- und Abendläuten und bei einem Sterbefall und beim Begräbnisse. Die mittlere Glocke -„Mettagsklock“ genannt – diente zum zweiten Mal Läuten zum Gottesdienste, also 1/4 Stunde vor Beginn. Dasselbe und beim Zusammenläuten und beim Morgens- Mittags- und Abendsglock-Läuten. Die kleine Glocke diente außer beim Zusammenläuten früher zum Schulläuten.

Das „Morgensglockläuten“ , Mittagsläuten und Feierabendläuten (gesprochen „lögge“) geschah in folgender Weise: Mit der „Mettagsglock“ (mittlere Glocke) wird zuerst geläutet und danach mit der großen Glocke 3mal je 3, 7 oder 9 Glockenschläge gegeben. Stirbt ein Erwachsener, so werden mit der großen Glocke zuerst 3mal je einige Glockenschläge gegeben, worauf mit allen Glocken geläutet wird. Ebenso beim Begräbnisse. War der Erwachsene ein Kirchenvorstandsmitglied, so geschieht obiges Läuten 3mal. Ist aber ein Kind gestorben, so wird mit der mittleren Glocke 3mal „gekläppt“ und darauf mit ihr und der kleinen Glocke geläutet. Die große Glocke läutet dabei nicht. Ist jemand gestorben, so müssen die Nachbarn das „Schauer- (oder Schauf )-läuten“ besorgen. Die große Glocke trägt folgende Inschrift: „S. Matheius. S. Johannes. S. Donatus s.M.S. Antonius. ablas- 1734“. Die mittlere Glocke hat die gotische Inschrift: „Maria heissen ich, zu godes eren laude ich. MCCCC/GV IIII jar 1499“. Die kleine Glocke hat als Aufschrift: Ihesus, Marcus heißen ich, in godes ehr loden ich (die innere Ostwand stellt einen Engel mit Posaune zum jüngsten Gericht blasend in Malerei), diese Glocke wird wohl die älteste von allen 3 Glocken sein.

P.S.: Die große und kleine Glocke spalteten sich in den Jahren 1892 und 1910. Es wurden 2 andere Glocken gegossen, deren Geläute nicht schön klang. 1917 musste eine in den Krieg eingezogen werden.

Das Martinsfeuer (26.02.1903)

Wie auch an anderen Orten ziehen auch die Kinder in Dattenberg vor dem Martinstag durch den Ort, um Holz, Stroh etc. für das »Märtesfüer« zu sammeln. Dabei singen sie das Liedchen:

„De hellige Zante Meätes
dat wor en johde Mann.
Eä deilte senge Mantel
mit em arme Mann.
Rüh, rüh, rüh! Geff mer en Böüsch Strüh!
Ramm, ramm, ramm, Geff mer en ahl Mann!
De Meätesowend, de Meätesowend dann mache de Weiwe Wäesch
onn wenn der Weng em Kelle leiht
dann leide se keine Dursch.“

Die Kinder jeden Berges tragen für sich allein bei, damit sie auch jede ein Feuer anzünden konnten. Die von dem Burgberge haben das Feuer auf der »Heid«, während die Kinder des Bornberges dasselbe auf dem »Häumel« anzünden. In ausgehöhlte Rüben oder Knollen (Runkelrüben) stecken sie ein »Kerzche«, das nun ihr »Dröüleed« (schlechtes Licht, trockenes Licht) ist.

Überhaupt heißen alle schlecht leuchtende Lampen, Laternen usw. bei den Einwohnern »Dröüledde« und in der Einzahl »Dröüleed«.

Aber auch die Irrlichter werden »Dröüledde« oder »Dröüleed« genannt. Dieselben sind sehr gefürchtet und man vermutet dahinter stets etwas Übernatürliches.

Pranger in alter Zeit zu Dattenberg (17.02.1905)

Auf dem Bornberg, zwischen dem Pfarrhaus und der neuen Kirche, fast am Wege, stand früher der Pranger, der im Volksmund Küx, Kücks oder Kecks genannt wurde. Etwa 4 – 5 Meter vom Pfarrhaus entfernt habe ich selber noch die Lücke in der Mauer gesehen, wo der Kücks/Küx gestanden hat. Meine Mutter, geboren 11. März 1824, wusste noch gut, dass der hölzerne »Pohl« vierkantig war und noch selbst dabei gestanden hat. Sie nannte die Stelle auch stets nur: „An der Küx.“ Ihr war diese Benennung sehr geläufig, weil in der Nähe ihr Geburtshaus gestanden hat, wo jetzt die neue Kirche steht. Dass an dieser Stelle der Versammlungsplatz der Gemeinde war, wenn die Glocke zur Gemeinde rief, ist alten Dattenberger gar noch bekannt. Unter dem großen Nussbaum wurden alle wichtigen Angelegenheiten der Gemeinde den Bewohnern bekannt gegeben.

Gar oft hat meine Mutter erzählt, dass die Verbrecher an der Küx für die Dauer von 2-3 Stunden stehend angebunden wurden. Die letzte Person aus dem Dorf, die dort angebunden wurde, war eine Frau, die im Feld Rüben und Korn gestohlen hatte. Es sei vorher von der Gemeinde bekannt gemacht worden, dass am nächsten Sonntag die Diebin 2 Stunden lang an der Küx stehen müsse. Zur betreffenden Stunde sei sie im Beisein des Gemeinderates und des »Scholtes« von dem Gerichtsdiener in ihrer Behausung geholt worden. Die Diebin habe sich ungemein gesträubt und schrecklich geschimpft. Man habe ihr um den Hals einen Kranz Rüben gebunden und auf dem Kopf einen Bund Kornähren gelegt. So sei sie bis zur Krüx geführt und daselbst angebunden worden. Die Dorfjugend sei hinter ihr hergelaufen und habe sie verspottet und ausgelacht. Am Pranger habe die Diebin sich nicht mehr rühren können und die Kinder hätten sie mit Schmutz und »Dreck« beworfen, worauf die Diebin wieder schrecklich geschimpft habe. Auch die vorbeigehenden Leute hätten sie verspottet. Nach Ablauf von 2 Stunden sei sie abgebunden und wieder nach Hause geführt worden, nachdem ihr die Abzeichen der gestohlenen Feldfrucht wieder abgenommen worden seien.

Uns Kinder interessierten die Erzählungen unserer Mutter von der in den 40er Jahren stehenden Diebin ungemein, weshalb ich dieselbe noch scharf in Gedächtnis behalten habe. Ja, das waren Geschehnisse der „alten guten Zeit!“

Reformation in Dattenberg

von Stephan Weidenbach aus »Paulinusblatt« Nr. 25 vom 23. Juni 1923 (Seite 7 Spalte 2)

1543 – 1545 | In Dattenberg und Leubsdorf hatten sich die Wiedertäufer für kurze Zeit gewaltsam Eingang verschafft. Ein Wiedertäufer aus Brohl hatte in diesen Dörfern großen Anhang gefunden und die Abgefallenen drangsaliert. Die katholisch gebliebenen Einwohner, die aus Ruhe halber mit Vieh und Geräte in den Wald flüchteten, errichteten zum Andenken das Rote Kreuz. Der Leubsdorfer Kaplan flüchtete nach Hause in Kripp über den Rhein. Als derselbe später zurückkehrte, fand sich beim ersten Gottesdienste nur eine alte Frau ein. Von den Dattenberger Vikaren waren wenigstens 4 häretitsch oder der Häresie verdächtig: Arnold Dollschreiber, Nicolaus Lauburg, Conrad Flick und Jorder Mettmann. Einer wurde in Haft gesetzt, aber wegen Unbegründetheit des Verdachtes auf Vermittlung des Trierer Erzbischofs wieder der Freiheit zurückgegeben.

Aus Wikipedia: Im weiteren Sinn kann eine Häresie eine vom Anerkannten abweichende Lehre, Meinung, Doktrin, Ideologie, Weltanschauung oder Philosophie sein. Ein Häretiker ist ein Vertreter einer Häresie.

Bürger von Dattenberg (01.08.1903) : In den Jahren 1618/1619

Peter Schoep und Giertrudt
Jacob Pertzborn und Giertrudt
Johan von Morszbach und Elszgen
Jorgen Bischoff und Mergh
Jakob von Eszell und Elszgen
Jonas von Remagen und Fröchen
Wilhelm von Remagen und Grietgen
Hermann von Brisach und Mergh
Arnd von Birrenbach und Mergh
Theisz von Ofer und Guetgen
Relicta Jan In der Banen Cecilia
Hermann von Pleisz und Treingen
Huprecht von Hargarden und Leiszgen
Henrich Lyndt und Guetgen
Hilger Wambes und Grietgen
Johan von Heegh und Hilgen
Nalis Zu Hege und Mergh
Johan von Birrenbach und Adelheid
Thomas Sybertz und Ena
Serwas von Stotzem und Grietgen
Johan von Gebertzhaen und Mergh
Johannes Haupts und Steingen
Relicta Leonhardts von Gressenich und Apolonia
Gillig von Rodt und Barbara
Herberd von Deuren Hoffmann zu Wallen und Grietgen
Herman von Droelshagen und Grietgen
Jorgen von Hargarden und Treingen
Petersche Relicta des Kollen
Gerlach von Hargen und Steingen
Johan Reuffelts und Giertrudt
Henrich Beust und Treingen
Relicta Gorgen
Mewis Hommen oder Lutzem und Mergh
Johan von Birrenbach und Mergh
Hansz von Andernach und Fröchen
Johannes Schäffer und Dreutgen

Die Namen sind entnommen aus dem Bürgerbuch in Linz, siehe Pohl, Programm des Progymnasiums in Linz 1881/82 Seite 15).

Die Silberne Jubiläumsfeier von Lehrer Aloys Isbert (14.02.1903)

Bei Gelegenheit meiner Anwesenheit in Dattenberg am Pfingstmontag, den 19. Mai 1902 machte ich den Vorsteher Hermann Wingen darauf aufmerksam, daß im Februar 1903 der Lehrer Aloys Isbert 25 Jahre in Dattenberg sei. Er solle doch einmal das genaue Datum feststellen. Herr Wingen versprach sofort, alles aufzubieten, um diesen Tag würdig zu feiern. Er veranstaltete Versammlungen, nahm Rücksprache mit dem Herrn Bürgermeister und ordnete die Festlichkeit an. Ihm allein ist es zu verdanken, dass die Feier so großartig verlaufen konnte. Die Jünglinge gingen von Bürger zu Bürger und erhielten freiwillige Beiträge, um dem Herrn Lehrer Isbert ein Geschenk machen zu können.

Dann lud auch der Vorsteher die Schüler des Lehrers und einzelne dem Lehrer nahe stehenden Personen zu dem Fest ein. Am 27. Januar 1903 begab ich mich wieder nach Dattenberg und ordnete mit den zuständigen Personen das Programm des Festtages. Lehrer Huth aus Leubsdorf hielt nun mit dem Gesangvereine zu Dattenberg Gesangsübungen ab, übte die betreffenden Lieder ein, auch noch mit den Schulkindern.

Die Festfreude am 12 Februar 1903 wäre etwas getrübt gewesen, wenn man den Jahrestag des 25jährigen Dortseins der Lehrerin Fräulein Anna Vinzenz unbeachtet vorüber hätte gehen lassen. Jedoch erwähnte der Herr Pastor in seiner Ansprache auch ihrer und so wurde dieses Fest gleichsam mitgefeiert.

Der Fackelzug am Abend war großartig. Es beteiligten sich außer den Schulkindern alle Vereine von Dattenberg. Auf dem Saale des Wirtes Anton Kröll toastete zuerst Pfarrer Johann Alef auf Kaiser und Papst; Lehrer Huth auf Pastor Alef und den Vorsteher, ich als ehemaliger Schüler im Namen aller Schüler auf den Jubilar und seine Ehefrau. Lehrer Höh aus Lorscheid/Sankt Katharinen dankte im Namen der Familie des Jubilars der Gemeinde Dattenberg usw. usw. Fräulein Lehrerin Cäcilie Flend aus Andernach hatte mir fünf Lieder eigens zu der Festfeier gedichtet, die ich vortrug und in denen u.a. die Lebensgeschichte des Jubilars humoristisch dargestellt war. Lehrer Huth aus Leubsdorf sang mit dem Dattenberger Kirchenchore (Gesangsverein) schöne Lieder, die Musikkapelle spielte artige Konzertstücke und so herrschte bei den bekannten guten Rotweinen gar bald die heiterste Stimmung.

Die zahlreichen Briefe, Telegramme und Karten, die der Jubilar von auswärtigen Bekannten, Freunden, Schülern etc. erhalten hatte, machten einen dicken Papierstoß aus. Gewiss wird man noch recht lange von der schönen Feier in Dattenberg sprechen.

Nachtrag aus der Schul-Chronik Dattenberg (1905 bis 1936) unter dem Jahr 1916
von Lehrer Felix Zillien geschrieben:

Am 1. April 1916 trat Herr Lehrer Aloys Isbert in den Ruhestand. Dreiundvierzig volle Dienstjahre hat Herr Isbert seine Geistes – und Körperkräfte in den Dienst der Jugenderziehung gestellt und sich in seltener Pflichterfüllung ausgezeichnet. Seit dem 12. Februar 1878 wirkte er in hiesiger Gemeinde. Sein Fleiß, sein vornehmer Charakter eroberten ihm die Liebe und Hochachtung der Bevölkerung. Sie wird ihrem scheidenden Lehrer ein ehrendes Andenken bewahren.

Am 7. Februar fand eine den Kriegsverhältnissen entsprechende, aber sehr würdige Abschiedsfeier statt. Der Vertreter der Behörde, Herr Kreisschulinspektor Dr. Schulthes überreichte dem Scheidenden in Anerkennung seiner Verdienste um das Schulwesen den „Königlichen Adler des Hohenzollernschen Hausordens“. In seiner Ansprache würdigte er die Verdienste und Treue des Herrn Isbert.

In einer ergreifenden Dankesrede verabschiedete sich dieser von seinen Schulkindern, dem Kollegium und dem Schulvorstande.

Möge Herr Isbert sich noch lange des wohlverdienten Ruhestandes erfreuen!

Chronik-Nachtrag aus dem Schuljahr 1925
von Lehrer Felix Zillien:

Der Heilige Vater hat dem Lehrer a. D. Aloys Isbert, der an hiesiger Schule von 1878 bis 1916 segensreich wirkte, in Anerkennung seiner Verdienste um Schule und Kirche das Ehrenkreuz „Pro ecclesia et pontifice“ verliehen. Dieses Ehrenzeichen wurde Herrn Isbert am 25. Februar 1925 durch Herrn Pfarrer Anton Stadler überreicht.

Herr Aloys Isbert war neben seinem Lehrerberuf 50 Jahre lang Organist und Leiter des Kirchenchores „Cäcilia“ in der katholischen Pfarrkirche zu Dattenberg und verrichtete nebenher noch den Küsterdienst. Außerdem übte er mehrere weitere Ehrenämter aus, vor allem in der Ausbildung und Erziehung von Waisenkindern und Kindern aus sozial schwachen Familien.

Das Ehrenkreuz hatte Papst Leo XIII. im Juli 1888 anlässlich seines Goldenen Priesterjubiläums gestiftet, und zwar sowohl für sehr verdiente Mitglieder des Klerus als auch für Laien mit besonderen langjährigen Leistungen für Kirche und Papst.

Nachtrag aus der Schul-Chronik Ende Mai 1939
von Lehrer Felix Zillien geschrieben:

Am 31, Mai 1939 starb im Alter von annähernd 88 Jahren der im ganzen Dorf Dattenberg und seiner Umgebung sehr geachtete und beliebte Alt-Lehrer Aloys Isbert. Ein schweres Herzleiden setzte seinem sonst gesunden, zähen und tatenreichen Leben ein kurzes Ende.

Seit dem 1. Februar 1878 wirkte Matthias Aloysius Isbert segensreich in der Schule als ein selten gewissenhafter Lehrer und Erzieher. Mit großem Eifer diente Herr Isbert seinem Herrgott als frommer Küster, Organist und Chorleiter im alten und neuen Gotteshaus noch bis zum Jahre 1926. In diesen Jahren war der Freund der Jugend ein äußerst idealer Wegbegleiter der sozial schwachen Kinder in der Bürgermeisterei Linz Stadt und Land und ebenso in Hönningen und Unkel. Nebenher war Herr Isbert auf dem Bürgermeisteramt in den Jahren des 1. Weltkrieges und später auf dem Wohlfahrtsamt und als Chronist tätig. Wo er in leiblichen, seelischen und geistigen Nöten helfen konnte, war er stets zur Stelle.

In seinen jungen Lehrerjahren bereitete Herr Isbert viele seiner Schüler in Dattenberg, wie auch schon ab 1873 auf seiner ersten Lehrerstelle in Elkenroth (Westerwald) auf den Lehrerberuf vor. Im Jahre 1916 trat er in den wohlverdienten Ruhestand, da der Tod seines Sohnes Clemens auf dem Kriegsschlachtfeld in Frankreich ihm sehr zu Herzen ging. Jedoch nach Überwindung seines Leides setzte sich Vater Isbert opferbereit und selbstlos wieder in gewohnter Tatkraft für die Belange seiner großen Familie (mit 11 Kinder) in der Gemeinde und Kirche ein. Für seine Verdienste wurden ihm hohe Auszeichnungen zuteil, die bereits an anderen Chronikstellen erwähnt wurden.

Ein sehr großer Trauerzug, wie die Dattenberger hier wohl noch keinen sahen, bewegte sich am 3. Juni 1939 vom Schulhause zum Alten Friedhof, wo der Verstorbene neben seiner treu besorgten Gattin, die ihm bereits im Jahre 1918 nach kurzem Leiden entrissen wurde, seine Ruhestätte fand. Herr Pastor Nikolaus Ballmann nahm in ergreifenden Worten am Grabe Abschied von dem langjährigen Erzieher, Lehrer und Kirchendiener Aloysius Isbert. Er bat seine Pfarrkinder, der Seele des Verewigten im heiligen Opfer und Gebete zu gedenken und ihr ein ehrendes Andenken zu bewahren. – R I P

Felix Zillien jun.: Sammlungen von Heilkräutern und Rohstoffen

Nur noch Menschen im höheren Alter können sich an die ehemaligen Sammlungen von Heilkräutern, Altpapier und Alteisen erinnern. Die Heilkräuter dienten dazu, die Gesundheit für „Heer und Heimat“ zu fördern. Ebenso wurden Rohstoffe wie altes Papier und Eisen gesammelt. So hieß es im so genannten „Vierjahresplan vom 18. Oktober 1936“, dass die Wirtschaft in Deutschland „kriegsfähig“ und die Wehrmacht „einsatzfähig“ gemacht werden sollten. Ab 1938 musste die „Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpflanzenkunde und Heilpflanzenbeschaffung“ für diese Sammlungen zentral organisiert werden. Bereits bei der Machtübernahme durch die Nazis ab 1933 wurden das Sammeln von Heilpflanzen und alten Rohmaterialien gefordert. Wörtlich hieß es: „Die heilende Kraft der Pflanzen des germanischen Bodens ist die wahre und ganzheitliche Medizin für das deutsche Volk Die einheimische Rohstoffproduktion muss durch das Sammeln von Altstoffen unterstützend gefördert werden.“

Auch die Volksschulen hatten sich bei den Sammlungen von Heilkräutern und alten Rohstoffen zu beteiligen. In der früheren Schulchronik von Dattenberg wurde für die Jahre 1941 und 1942 darüber berichtet, dass die Schulkinder rund 130 Kilogramm Heilkräuter sammelten, und zwar Brombeer – und Birkenblätter, Zinnkraut, Kamillen und Holunderblüten, die alle auf dem Schulspeicher zum trocknen ausgebreitet wurden, bevor sie an Sammelstellen weiter geleitet werden konnten.

An Altmaterialien wurden im gleichen Zeitraum 60 Zentner Eisen, Kupfer, Messing, Zinn, Blei sowie Knochen, Lumpen und Papier gesammelt. Namentlich wurden in der Schulchronik die Althändler Lorscheid in Linz (Asbacherstraße) und Senz in Dattenberg (Burgstraße genannt, die diese Materialien auf dem Schulhof abholten, wo sie in getrennten Haufen gelagert waren.

Für diese Sammelleistung erhielten die Schüler/innen einen Dankesbrief von der Schulbehörde in Koblenz. Darin wurde hervorgehoben, dass die Pflichtaufgabe nach dem „Vierjahresplan“ von zwei Kilo pro Schulkind bei den Heilkräutern deutlich überschritten wurde und auch das Gewicht des Altmaterials über der Norm lag.

An gleicher Stelle wurde in der Schulchronik darauf hingewiesen, dass der Schulunterricht oft wegen „Fliegeralarms“ oft unterbrochen werden musste: Die Poststelle hatte der Schulleitung mitgeteilt, dass im Schuljahr 1941/1942 insgesamt 138mal Fliegeralarm war, der im Jahr 1943 auf 186mal anstieg. Hierzu heißt es in der Schulchronik: „Der Unterrichtsbetrieb gestaltete sich infolge zunehmenden Fliegeralarms immer schwieriger!“

Schließlich erwähnte die Schulchronik, dass im Jahr 1943 insgesamt 106 Männer von Dattenberg zum „Kriegssoldatendienst“ einberufen und Bahnbeamte vom Kriegsdienst befreit worden waren.

Reihenfolge der Pastores in Dattenberg

… entnommen aus dem 1734 verfassten „Directores pastorali“,
von Stephan Weidenbach im November 1917 wiedergegeben,
von Felix Zillien jun. und Helmut Wolff ergänzt.

Georg Kapellau zu Dadenberg um 1315
Antonius Sylvester
Johannes Rohsbach
Arnoldus
Sebastianus
Nicolaus Lauburgs ( – 1569)
Conradus Flick (1569-1572)
Jacobus (1572-1574)
Joannus Reps
Christianus Müller (1597-1600)
Erasmus Hac (1600-1606)
Antonius Ausler (1606-1607)
Joannes Ludovici (1607-1625)
Jodocus Metmann (1626 -?)
Arnoldus Essen ex Westphalia (1638-1642)
Petrus
Joannes
Joh. Jacobus Hermanni (1642 – 1646)
Martinus Walldorf (1646-1649)
Joannes Adamus Leumersdorf (1658)
Antonius Freymerndt (?)
Wendelinus Irmtraud (1659-1666)
Joannes Mons
Petrus Faber (1668-1708)
Petrus Mürl (1708-1711)
Christianus Schaaf ( 1711-1726)
Huricus Josephus Quinhart (1726-1766)
Huricus Josephus Heckner (1766-1778)
Friedericus Josephus Schmittinger (1779-1807)
Henricus Josephus Nolden (1807-1811)
Jacobus Meyer (1811-1817)
Petrus Josephus Oettgen (1817-1858)
Christianus Josephus Klein (1858-1876)
Heinrich Schmitt (1884-1898)
Johann Alef (1898-1906) (siehe »125 Jahre Pfarrkirche Dattenberg« Seite 51)
Joseph Ebert (1906-1911)
Anton Pad. Stadler (1911-1937)
Nikolaus Ballmann (1937-1947)
Peter Brettmacher (1947-1950) (siehe »125 Jahre Pfarrkirche Dattenberg« Seite 51)
Friedrich Schneider (1950-1959) (siehe »125 Jahre Pfarrkirche Dattenberg« Seite 51)
Josef Stopperich (1959-1978) (siehe »125 Jahre Pfarrkirche Dattenberg« Seite 51)

Felix Zillien jun.: „Ohne Schmälerung der Verdienste aller anderen Pfarrern von Dattenberg darf ich Pfarrer Heinrich Schmitt hervorheben, der von 1884 bis 1898 in Dattenberg hohe Verdienste erworben hat. Im Dattenberger Heimatbuch wurde er gewürdigt (S.69 f.). Er gilt als wesentlicher Förderer des Kirchenneubaues mit der Grundsteinlegung anno 1890.“